Pavel Pavlov

Gleicher Model Y, enorme Laufleistung und trotzdem völlig anders gealterte Batterien

Zwei Model Y mit hoher Laufleistung zeigen völlig unterschiedliche Batteriewerte. Häufiges Schnellladen allein erklärt den Abstand nicht.

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Eigentlich müsste seltenes Schnellladen die Batterie schonen. Doch zwei Tesla Model Y mit enormer Laufleistung zeichnen ein ganz anderes Bild — und der Unterschied ist verblüffend. Der US-amerikanische EV-Autor Branden Flasch kaufte einen Model Y Long Range AWD aus dem Jahr 2023, der in rund drei Jahren etwa 180.000 km zurückgelegt hatte. Teslas integrierter Batteriezustandstest zeigte nur noch 77 % Restkapazität. Anders gesagt: Der Akku hatte gegenüber dem Neuzustand rund 23 % verloren.

Der spannendste Punkt steckte jedoch in der Ladehistorie. Nur etwa 2 MWh entfielen auf schnelle DC-Ladesäulen, während das Auto mehr als 40 MWh über AC-Laden bezog. Den deutlichen Verschleiß einfach auf ständige Supercharger-Besuche zu schieben, funktioniert also nicht. Die Drittanbieter-App Tessie war sogar etwas optimistischer und schätzte den Batteriezustand auf 80,95 %.

Und jetzt kommt der eigentliche Kontrast. Ein anderer Model Y war zuvor nach 203.000 km im Taxibetrieb untersucht worden — und sein Akku verfügte noch über rund 89 % seiner Kapazität. Mehr Kilometer, alles andere als Schonbetrieb, und trotzdem wirkt die Batterie deutlich gesünder. Genau deshalb sagt der Kilometerstand allein erstaunlich wenig über den tatsächlichen Zustand eines gebrauchten Elektroautos aus.

Eine Recurrent-Studie mit rund 13.000 Tesla-Fahrzeugen versetzt auch der simplen Theorie vom grundsätzlich schädlichen Schnellladen einen weiteren Dämpfer. Die Forscher fanden keinen statistisch signifikanten Unterschied beim Reichweitenverlust zwischen Fahrzeugen mit sehr hohem und sehr niedrigem Anteil an DC-Schnellladungen. Eine universelle Erklärung gibt es trotzdem nicht: Temperatur, Entladetiefe der Zyklen und lange Phasen mit hohem Ladezustand können die Batteriealterung beeinflussen. Warum dieser konkrete Model Y rund 23 % verlor, lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht eindeutig bestimmen.

© A. Krivonosov