Dieser ID. Buzz bringt Pakete selbstständig bis direkt vor die Tür
Der ID. Buzz Cargo AD fährt selbst zum Empfänger, öffnet nur das richtige Paketfach und nutzt 27 Sensoren. Die Serienproduktion der autonomen Plattform ist für 2027 geplant.
Volkswagen macht aus dem autonomen ID. Buzz etwas deutlich Unerwarteteres als ein gewöhnliches Robotaxi. Für die IAA Transportation hat das Unternehmen den ID. Buzz Cargo AD vorbereitet — im Grunde einen fahrerlosen Transporter, der selbstständig zum Empfänger fährt und dort zum mobilen Paketautomaten wird. Über eine App erhält der Kunde ausschließlich Zugriff auf das Fach mit seiner Sendung. Klingt nach einem fertigen Lieferdienst aus der Zukunft? Noch nicht ganz: Gezeigt wird ein seriennahes Konzept, kein bereits gestarteter kommerzieller Dienst.
Die technische Basis ist vom ID. Buzz AD für den Personentransport bereits bekannt. Das Fahrzeug nutzt ein System von Mobileye und ein ganzes Heer aus 27 Sensoren — 13 Kameras, neun Lidarsensoren und fünf Radarsensoren. Volkswagen hatte dieses Paket bereits 2025 vorgestellt. Seit dem 15. Juli 2026 befördern autonome ID. Buzz im Rahmen des Projekts ALIKE in Hamburg vorab registrierte Fahrgäste. Ganz ohne Menschen läuft es allerdings noch nicht: In dieser Phase bleibt ein Sicherheitsfahrer an Bord.
Die Cargo-Version verändert das Einsatzszenario grundlegend. Im Demonstrationsfahrzeug liegen die Pakete in getrennten, gesicherten Fächern, sodass der Transporter buchstäblich zum Paketautomaten auf Rädern wird. Der Empfänger identifiziert sich digital und kann nur das für ihn bestimmte Fach öffnen. Der lange Radstand schafft rund 4,4 m³ Laderaum, außerdem passen zwei Europaletten hinein. Ein Kurier muss also nicht einmal mehr bis zur Haustür laufen — das Fahrzeug bringt die Sendung dorthin, wo sie erwartet wird.
Und Volkswagen belässt es nicht bei einem autonomen Transporter. Auf der Messe zeigt das Unternehmen auch den Crafter Intelligent Loading Space — bislang noch einen konventionellen, nicht autonomen Transporter, dafür mit deutlich intelligenterem Laderaum. Über Tracker überwacht das System Werkzeuge und Teile, warnt vor vergessenem Material und kann sogar anzeigen, in welchem anderen Firmenfahrzeug sich der gesuchte Gegenstand befindet. Sämtliche Daten werden über Connect Pro synchronisiert. Für Serviceflotten und große Fuhrparks könnte aus einer kleinen Hilfe schnell ein großer Vorteil werden.
Die vollständige Serienproduktion des ID. Buzz AD ist für 2027 vorgesehen. Bis dahin will Volkswagen die Technik weiter testen und verfeinern. Beide Transporter-Ideen sind auf der IAA Transportation in Hannover vom 15. bis 20. September zu sehen. Volkswagen denkt offenbar längst nicht mehr nur darüber nach, wer in einem autonomen Fahrzeug sitzt, sondern auch darüber, was es ganz ohne Fahrer ausliefern kann.