FSD darf jetzt eingreifen, bevor der Fahrer überhaupt etwas befiehlt
FSD Supervised 14.3.9 darf sich in kritischen Situationen ohne Fahrerkommando aktivieren und neben dem Bremsen auch lenken, um einen Frontalcrash zu vermeiden.
Tesla verschiebt gerade die Grenze dessen, was ein Auto ohne ausdrücklichen Befehl des Fahrers tun darf. Mit FSD Supervised 14.3.9 kann sich das System in einer kritischen Situation selbst aktivieren. Dafür ist Automatic Collision Evasion zuständig: Wird ein Frontalaufprall als unvermeidbar erkannt und könnte Bremsen allein nicht reichen, darf das Auto entschlossener handeln.
Beim Bremsen bleibt es nicht. Nach der automatischen Aktivierung soll FSD versuchen, das Fahrzeug aus der Gefahr zu lenken und anschließend die Fahrt fortzusetzen. Es gibt noch ein zweites Szenario: Das System kann eingreifen, wenn es einen deutlichen Aufmerksamkeitsverlust erkennt, etwa wenn der Fahrer nach hinten greift, oder wenn es davon ausgeht, dass FSD versehentlich deaktiviert wurde.
Genau hier wird es spannend. Das ist nicht mehr die bekannte Logik, bei der die Elektronik das Auto lediglich vor einem Hindernis abbremsen soll. Automatic Collision Evasion kann auf mehr FSD-Funktionen zugreifen, einschließlich der Lenkung. Anders gesagt: Das Auto kann nicht nur bremsen, sondern versuchen, dem Unfall auszuweichen.
Gleichzeitig beobachtet FSD 14.3.9 den Menschen am Steuer genauer. Tesla spricht von verbessertem Blick-Tracking, zuverlässigerer Erkennung mit Brille und höherer Genauigkeit bei schwierigen Lichtverhältnissen. Außerdem soll FSD vorübergehende Störungen besser verkraften und den normalen Betrieb wiederherstellen, ohne sich unnötig abzuschalten.
Doch hinter dem großen Namen Full Self-Driving steckt weiterhin ein wichtiger Haken. Vollautonom wird ein Tesla dadurch nicht. Der formale Status bleibt gleich: Es handelt sich um FSD Supervised, der Fahrer muss die Straße ständig beobachten und jederzeit sofort eingreifen können.
Auch nach der neuen Funktion muss man noch nicht in jedem Tesla suchen. Die Release Notes beziehen sich auf Build 2026.27.5 für HW4, der zum Veröffentlichungszeitpunkt als vorläufiger Employee Release geführt wird. Bis Automatic Collision Evasion für den gesamten geeigneten Fahrzeugbestand breit verfügbar ist, kann also noch Zeit vergehen.
Der entscheidende Wendepunkt ist trotzdem schon da. Bisher entschied der Fahrer, wann FSD aktiviert wird. In einer kritischen Situation darf das Auto diese Entscheidung nun selbst treffen — und genau das ist bedeutender als eine weitere Zeile in der Liste der neuronalen Verbesserungen.