Dmitry Yakin

Der Familien-Tucson könnte plötzlich zum 350-bhp-N-SUV mit Biss werden

Aus dem Familien-SUV könnte ein echter N werden: Hybridantrieb, Allrad und bis zu 350 bhp stehen im Raum. Offiziell bestätigt ist die Leistung aber nicht.

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Der familienfreundliche Hyundai Tucson könnte tatsächlich das volle N-Programm bekommen — und der bekannte SUV wäre danach kaum wiederzuerkennen. Laut Auto Express wird für die nächste Generation eine echte Performance-Version mit einem Hybridantrieb von ungefähr 300–350 bhp, Allradantrieb und umfassend überarbeitetem Fahrwerk erwogen. Das klingt spektakulär. Doch es gibt einen entscheidenden Haken: Hyundai selbst hat diese Leistung nicht offiziell genannt, der Bereich bleibt eine Einschätzung des britischen Magazins.

Sollte der obere Wert Realität werden, wäre der Abstand zum normalen neuen Tucson Hybrid deutlich. Für ihn stehen bereits 180 kW beziehungsweise rund 245 metrische PS im Raum. Nach korrekter Umrechnung der britischen bhp in metrische PS läge ein möglicher Tucson N damit etwa 24–45 % darüber. Für einen Familien-SUV wäre das ein völlig anderer Charakter.

Und genau hier wird es spannend — Hyundai besitzt für ein solches Projekt tatsächlich die technische Basis. Die neue Hybridarchitektur nutzt zwei integrierte Elektromotoren: P1 übernimmt Motorstart, Stromerzeugung und Antriebsunterstützung, während P2 das Fahrzeug direkt antreibt und für die Rekuperation zuständig ist. Hyundai nennt offiziell eine Systemleistung von etwas mehr als 100 bis in den mittleren 300-PS-Bereich. Rund 350 PS wirken damit technisch nicht mehr absurd. Den oberen Wert automatisch einem künftigen Tucson N zuzuschreiben, wäre trotzdem verfrüht.

Joon Park, Vice President und Leiter der N Management Group, machte zudem deutlich, dass N sich nicht nur zwischen reinen Elektroautos und klassischen Verbrennern entscheiden will. Auch Hybride kommen infrage, wobei ihre Abstimmung stärker auf intensive Leistungsabgabe als auf Sparsamkeit zielen soll. Einen Tucson bestätigte Park dabei nicht konkret. Zum Vergleich: Der aktuelle europäische Tucson Plug-in Hybrid leistet bereits 288 PS.

Damit beginnt der interessanteste Teil. Die untere Schätzung von 300 bhp entspräche gegenüber dem heutigen PHEV nur etwa 6 % Zuwachs — eher Evolution als Revolution. 350 bhp ergeben jedoch ungefähr 355 PS und damit mehr als 20 % Vorsprung. Ein Tucson N könnte sich so klar von der normalen Baureihe absetzen, statt lediglich als SUV mit schärferer Optik durchzugehen.

Offiziell bestätigt Hyundais Fahrplan vorerst etwas anderes: Der neue Tucson und Tucson Hybrid sollen im vierten Quartal 2026 auf den ersten Märkten starten. Gleichzeitig will das Unternehmen die N-Familie ausbauen und deren Jahresabsatz bis 2030 auf 100.000 Fahrzeuge steigern. Welche Modelle das begehrte N tragen werden, verrät Hyundai noch nicht.

Hyundai hat die passende Hybridtechnik, große Pläne für die N-Baureihe und Platz für einen wirklich schnellen SUV. Doch Leistung, Allradantrieb und Fahrwerksabstimmung eines möglichen Tucson N beruhen vorerst auf Informationen und Einschätzungen von Auto Express. Die Spannung ist da. Die Bestätigung fehlt noch.

A. Krivonosov