Der billigste Spring zeigt schonungslos, woran Dacia gespart hat
Beim günstigsten Spring fehlen Zentraldisplay, Aluräder und schnelleres Laden. Dacia zeigt offen, wo gespart wurde, während die Konkurrenz komfortabler wird.
Dacia macht wieder genau das, wofür die Marke zugleich gelobt und kritisiert wird: Beim neuen Spring fliegt fast alles raus, was im Alltag nicht zwingend nötig ist, und in Frankreich bleibt der Preis bei 17.900 Euro. Großes Display? Das Smartphone soll reichen. Leichtmetallräder? Nicht nötig. Selbst schnelleres Laden fehlt der Basisversion. Das ist kein Zufall, sondern die ganze Idee hinter dem billigsten Spring.
Das sichtbarste Sparopfer ist der zentrale Multimedia-Bildschirm. Im Spring Expression gibt es das bekannte 10,1-Zoll-Display schlicht nicht. Stattdessen sitzt auf dem Armaturenbrett eine Smartphone-Halterung, sodass Navigation und ein Teil der Multimedia-Funktionen praktisch aufs Handy wandern. Ganz ohne Unterhaltung bleibt man aber nicht: Media Control umfasst Radio, Bluetooth, zwei Lautsprecher, USB-C und die Bedienung am Lenkrad.
Außen gilt dasselbe Prinzip: nur das Nötigste. Blanc Glacier in Weiß ist im Preis enthalten, jede andere Lackierung kostet 550 Euro extra. Statt Leichtmetallfelgen gibt es 15-Zoll-Stahlräder Mura mit Radzierblenden. Innen wartet einfacher Stoffbezug. Kein Versuch, Premium vorzutäuschen, wenn das eigentliche Ziel maximale Ersparnis heißt.
Sogar zusätzlicher Stauraum fiel dem Rotstift zum Opfer. Der 18-Liter-Frontkofferraum, also der Frunk, wäre ideal für das Ladekabel, gehört aber nicht zur Serienausstattung. In Frankreich kostet er weitere 150 Euro. Eine Kleinigkeit? Genau aus solchen Kleinigkeiten baut Dacia den niedrigen Einstiegspreis.
Beim Laden wird die Strategie noch deutlicher. Der Spring Expression besitzt serienmäßig einen 6,6-kW-Onboardlader für Wechselstrom. Wer 11 kW AC und Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 50 kW will, braucht das Pack Charge Rapide der teureren Journey-Version. Den Basis-Expression kann man also nicht mit einem einzigen Häkchen in einen schneller ladenden Stromer verwandeln.
Und das Ergebnis? Dacia spart bei Multimedia, Rädern, Innenausstattung, zusätzlichem Stauraum und Ladeleistung. Das klingt hart, hält den Einstiegspreis des neuen Spring aber unter 18.000 Euro. Der Käufer sieht buchstäblich, woher der niedrigere Preis kommt.
Doch diese Formel bekommt gefährliche Konkurrenz. Der Renault Twingo E-Tech Evolution startet in Frankreich vor Förderungen bei 19.490 Euro und bringt bereits einen zentralen 10-Zoll-Bildschirm mit. Der BYD Dolphin Surf ist teurer und beginnt laut offizieller französischer Preisliste bei 23.990 Euro, bietet dafür aber sichtbar mehr Ausstattung, darunter ein drehbares 10,1-Zoll-Display. Die Frage wird damit härter: Auf wie viel gewohnten Komfort will man für den niedrigsten Preis wirklich verzichten?