Dieser günstige VinFast könnte Indiens Elektroauto-Markt plötzlich völlig aufmischen
Statt globale Modelle weiter zu verbilligen, entwickelt VinFast zwei Elektroautos direkt für Indien. Der VF X soll dabei unter 12.000 Dollar bleiben.
VinFast stellt seinen Indien-Plan radikal auf den Kopf. Statt bestehende Weltmodelle mühsam billiger zu machen, will das Unternehmen zwei Elektroautos von Grund auf für den lokalen Markt entwickeln. Reuters berichtet unter Berufung auf fünf Quellen, dass die Projekte intern als VF X und VF Y geführt werden. Offiziell vorgestellt hat VinFast die beiden Modelle noch nicht.
Beim VF X könnte der eigentliche Preisschock kommen. Er soll den Einstieg in die indische Modellpalette bilden, kleiner als das Crossover-Modell VF 6, aber etwas größer als der zweitürige VF 3. Das Ziel ist ausgesprochen aggressiv — weniger als 12.000 US-Dollar. Doch noch ist nichts in Stein gemeißelt: Design und Wirtschaftlichkeit werden weiter ausgearbeitet, deshalb können sich technische Daten und Endpreis noch ändern.
Warum dieser Kurswechsel? Am Ende entscheidet der Preis. Im Juli stoppte VinFast die Arbeiten an einer tieferen Lokalisierung von VF 3, VF 6 und VF 7, weil sich mit lokalen Komponenten nicht die benötigte Kostenstruktur erreichen ließ. Die Montage der bereits angebotenen VF 6 und VF 7 aus vietnamesischen Bausätzen läuft weiter.
Jetzt dreht VinFast den Ansatz um. Indische Zulieferer werden von Beginn an in die Fahrzeugentwicklung eingebunden, statt lokale Teile nachträglich in eine fertige globale Konstruktion zu pressen. Im August traf sich die Unternehmensführung mit rund 200 Zulieferern, um über Komponenten, verfügbare Technologien und Produktionskosten zu sprechen. Die Rechnung ist einfach: Der Zielpreis soll schon am Reißbrett im Auto stecken.
Die industrielle Basis dafür existiert bereits. Das VinFast-Werk in Thoothukudi ist auf 50.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt und kann später auf 150.000 erweitert werden. Außerdem reichen die Pläne weit über Indien hinaus: Der Standort soll künftig als Produktions- und Exportdrehscheibe für Südasien, den Nahen Osten und Afrika dienen.
VF X und VF Y sind bislang frühe Projekte ohne offizielle technische Daten oder Starttermine. Doch die Richtung wird immer deutlicher. VinFast will den indischen Massenmarkt nicht mit abgespeckten teuren Weltmodellen erobern, sondern mit Elektroautos, die von Anfang an um lokale Kosten herum entwickelt werden. Ein VF X für weniger als 12.000 US-Dollar könnte der erste echte Beweis für diese Wette sein.