Dmitry Yakin

Toyota zieht erneut davon und 402.000 Kilometer wirken plötzlich fast erreichbar

Toyota baut den Vorsprung aus, während Lexus, Honda und Acura stark zulegen. Doch die iSeeCars-Analyse von über 395 Millionen Autos hat einen wichtigen Haken.

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Toyota zieht erneut allen davon, und die Zahlen sind beeindruckend. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Fahrzeug der Marke 250.000 Meilen beziehungsweise rund 402.000 km erreicht, stieg von 17,8 % im vorherigen Ranking auf 19,7 %. Auch der Marktdurchschnitt legte zu, von 4,8 % auf 5,4 %. Doch es gibt einen wichtigen Haken: Das bedeutet keineswegs, dass Autos innerhalb eines Jahres plötzlich zuverlässiger geworden sind.

Der Umfang der Untersuchung ist enorm. Die neue iSeeCars-Analyse umfasst mehr als 395 Millionen Fahrzeuge. Toyota liegt beim 3,7-Fachen des Marktdurchschnitts, gefolgt von Lexus mit 14,4 %, Honda mit 13,3 % und Acura mit 9,5 %. Ein Jahr zuvor lagen die vier japanischen Marken bei 17,8 %, 12,8 %, 10,8 % und 7,2 %. Inzwischen hat auch GMC mit 5,8 % den Gesamtdurchschnitt übertroffen.

Wer hat am stärksten zugelegt? Honda mit plus 2,5 Prozentpunkten. Acura verbesserte sich um 2,3 Punkte, Toyota um 1,9. Das sieht nach einem kräftigen Sprung aus, doch daraus einen plötzlichen Anstieg der tatsächlichen Lebensdauer abzuleiten, wäre verfrüht. Der Datenbestand wurde aktualisiert, daher sollte man eher von einer veränderten iSeeCars-Schätzung sprechen.

Genau hier kann das Ranking leicht in die Irre führen. BMW und Audi kommen jeweils nur auf 0,5 %, Porsche auf 0,3 %, während Lexus 14,4 % erreicht. Ist der Qualitätsunterschied wirklich so gewaltig? Nicht unbedingt. iSeeCars verweist ausdrücklich auf die Nutzungsintensität: Premiumfahrzeuge werden im Schnitt möglicherweise weniger gefahren und haben deshalb schlicht weniger Chancen, 402.000 km anzusammeln. Im Mittel kommen Premiummarken nur auf 3,4 % gegenüber 5,8 % bei Volumenmarken.

Deshalb wäre es falsch, diese Liste als direkten Zuverlässigkeitsindex zu lesen. Sie zeigt eher die Wahrscheinlichkeit extrem hoher Laufleistungen als die Zahl der Defekte oder Reparaturkosten. Toyota, Lexus, Honda und Acura wirken derzeit beinahe uneinholbar, doch erst die nächste Aktualisierung wird zeigen, ob ihr Vorsprung nach der nächsten Neuberechnung des riesigen Datenbestands bestehen bleibt.

A. Krivonosov