Dmitry Yakin

Der Fahrer ist weg doch Menschen wachen weiter über jede Fahrt

Nach mehr als 15.000 km Tests fahren zwei Flughafen-Shuttles ohne Fahrer und Sicherheitsmitarbeiter an Bord — ganz ohne Menschen funktioniert das System trotzdem nicht.

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Der Fahrer ist aus dem Innenraum verschwunden — der Mensch aber keineswegs aus dem System. Zwei elektrische WeRide-Shuttles am Flughafen Zürich sind nach mehr als 15.000 km Testbetrieb auf Level 4 umgestiegen: An Bord sitzt weder ein Fahrer noch ein Sicherheitsmitarbeiter. Die Kontrolle ist lediglich umgezogen — Operatoren überwachen die Fahrzeuge über das Remote Cockpit und können bei Bedarf eingreifen.

Genau darin steckt das entscheidende Detail. Von einem Betrieb völlig „ohne menschliche Kontrolle“ zu sprechen, wäre noch verfrüht. Der praktische Nutzen der Automatisierung wird trotzdem bereits sichtbar: Künftig könnte ein Mitarbeiter mehrere Busse gleichzeitig überwachen. Verschwinden soll also nicht der Mensch, sondern die Notwendigkeit, in jedem Shuttle einen eigenen Fahrer einzusetzen.

Vorerst fahren die autonomen Fahrzeuge unter streng kontrollierten Bedingungen. Die beiden RoboBus folgen einer festen Betriebsroute auf dem Flughafengelände, die keine Rollwege von Flugzeugen kreuzt. Die ersten Fahrten dieser Phase finden sogar ganz ohne Passagiere statt. Nach rund vier Wochen Tests sollen Beschäftigte wieder mitfahren — dann ohne Sicherheitsperson im Fahrzeug. Das Pilotprojekt ist bis Ende 2026 vorgesehen.

Level 4 bedeutet allerdings nicht, dass der Bus selbstständig überallhin fahren kann. Das System darf nur unter vorher festgelegten Bedingungen und innerhalb eines begrenzten Einsatzgebiets ohne Fahrer arbeiten. Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zu Level 5, bei dem die Autonomie nicht mehr von einem solchen Einsatzbereich abhängen soll.

Zürich ist dabei nicht das einzige europäische Projekt, das den Menschen aus dem Innenraum nimmt. Am 10. September starteten Pony.ai und Verne in Zagreb vollständig fahrerlose Testfahrten mit eingeladenen Passagieren auf einer 22 km langen Strecke; weder Operator noch anderes Personal sitzen im Fahrzeug. Es handelt sich jedoch weiterhin um eine Testphase und noch nicht um einen vollständig fahrerlosen kommerziellen Dienst. Für den Flughafen Zürich folgt der nächste klare Prüfpunkt in etwa einem Monat, wenn der RoboBus wieder Beschäftigte befördern soll — ohne Sicherheitsperson an Bord.

Zürich Airport