Der Diesel-X5 überlebt, doch seine alte Kraft bleibt auf der Strecke
Der neue BMW X5 40d behält den Reihensechszylinder-Diesel, verliert aber Leistung, Drehmoment, Tempo und Anhängelast unter den strengeren Abgasregeln.
Der Diesel hat überlebt, doch der Preis für die strengeren Abgasvorgaben ist schmerzhaft. Auf dem Autosalon in Turin zeigte BMW die neue X5-Generation, und im Startangebot des G65 bleibt nur ein Diesel — der 40d. Die Italien-Premiere selbst war keine Überraschung: BMW hatte die fünfte Generation bereits am 30. Juni offiziell vorgestellt. Viel spannender ist, wie stark sich der vertraute Sechszylinder-Diesel verändert hat.
Die Zahlen sprechen für sich. Der aktuelle BMW X5 40d xDrive leistet 313 PS und 670 Nm, fährt mit Allradantrieb und einer 8-Gang-Automatik. Von 0 auf 100 km/h geht es in 6,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h, und der offizielle WLTP-Verbrauch für Deutschland beträgt 7,3 l/100 km. Die in einem frühen BMWBLOG-Bericht genannten 7,0 l/100 km sollte man deshalb besser außen vor lassen.
Und jetzt zum unangenehmen Vergleich. Der bisherige X5 xDrive40d kam auf 352 PS und 720 Nm, beschleunigte in 5,5 Sekunden auf 100 km/h und erreichte 245 km/h. Ein BMW-Sprecher bestätigte, dass die geringere Leistung des neuen B57 mit der Anpassung an die Euro-7-Anforderungen zusammenhängt. Gleichzeitig ist der SUV schwerer geworden: Laut deutschen Daten stieg die Masse von 2315 auf 2430 kg.
Für manche Besitzer dürfte jedoch ein anderer Verlust deutlich schwerer wiegen als ein paar Zehntelsekunden beim Sprint. Die zulässige gebremste Anhängelast sinkt von 3500 auf 3000 kg. Für einen großen Diesel-SUV ist das eine spürbare Einschränkung, besonders für Fahrer schwerer Anhänger. Der neue X5 bietet 655–1850 Liter Gepäckraum und einen 75-Liter-Tank.
Trotzdem ist der Diesel beim X5 keine Sackgasse. Die fünfte Generation kommt mit fünf verschiedenen Antriebsarten, und am 10. September nannte BMW neue Zielwerte für den künftigen iX5 Hydrogen: bis zu 750 km angestrebte WLTP-Reichweite, Tanken in weniger als fünf Minuten und 0–100 km/h in angestrebten weniger als fünf Sekunden. Vor diesem Hintergrund wirkt der 40d wie der konservativste X5 der neuen Ära. Nur kostet diese Bodenständigkeit jetzt Leistung, Tempo und Zugkraft.