Dmitry Yakin

Toyota will radikal schlanker werden ohne seine Autos sichtbar auszudünnen

Toyota reduziert Teile, Varianten und Produktionskomplexität, nachdem der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2026 um 21,5 % eingebrochen ist.

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Toyota will dort sparen, wo Käufer es kaum bemerken. Unter dem neuen Präsidenten Kenta Kon ändert der Konzern die Logik seiner Kostensenkung: Statt Autos sichtbar abzuspecken, sollen weniger Teile, weniger Varianten und einfachere Produktionsabläufe die Rechnung verbessern. Der Druck ist erheblich. Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 5,5 % auf 50,68 Billionen Yen, während der operative Gewinn um 21,5 % auf 3,77 Billionen Yen einbrach.

Kon macht daraus jedoch keinen Wettlauf um den kleinstmöglichen Break-even-Punkt. In einem aktuellen Interview mit Automotive News machte Toyotas Chef deutlich, dass der Konzern in schwierigen Zeiten auch die Stabilität seiner Zulieferer im Blick behalten muss. Diskutiert werden neue Materialien für einzelne Sitzkomponenten, weniger Bauteile und eine schnellere Entwicklung. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit sollen dafür aber nicht geopfert werden.

Das ist keine plötzliche Kehrtwende. Bereits im Mai räumte Kon ein, dass Toyotas Multi-Pathway-Strategie zwangsläufig die Zahl der Modelle, Teile und Spezifikationen erhöht und damit das Geschäft komplizierter gemacht habe. Nun will Toyota unnötige Varianten streichen und gemeinsam mit den Zulieferern die Produktivität steigern, um den steigenden Break-even-Trend umzukehren. Ein festes Zahlenziel gibt es bislang nicht.

Was bedeutet das für künftige Toyota-Modelle? Eher mehr Vereinheitlichung an Stellen, die Besitzer kaum wahrnehmen, als ein großflächiges Verschwinden vertrauter Ausstattung. Der Druck auf die Profitabilität ist bereits klar zu sehen: Die operative Marge sank im Geschäftsjahr 2026 von 10,0 % auf 7,4 %. Entscheidend wird nun sein, ob Kon die Ertragskraft zurückholen kann, ohne dass Kunden die Einsparungen am Auto selbst spüren.

B. Naumkin