BMW macht die Karte zum Fenster in die Wahrnehmung des Autos
Ab Oktober 2026 vereint BMW Maps Route, Fahrspur und Assistenzdaten auf einem Bildschirm. So soll der Fahrer sofort verstehen, was die Elektronik gerade vorhat.
BMW verwischt die Grenze zwischen klassischer Navigation und dem elektronischen „Blick“ des Autos. Ab Oktober 2026 soll BMW Maps damit beginnen, Route, Fahrzeugposition auf der Straße und Daten der Fahrerassistenz in einer gemeinsamen 3D-Darstellung auf dem Zentraldisplay von Fahrzeugen mit BMW Operating System X zusammenzuführen. Statt nur eine gewohnte Karte zu sehen, kann der Fahrer praktisch nachvollziehen, wie das Auto seine Umgebung wahrnimmt.
Das Ganze wirkt fast wie die Oberfläche eines Videospiels. Doch hinter der spektakulären Grafik steckt ein sehr praktisches Ziel. Das System zeigt das Fahrzeug spurgenau und berücksichtigt die jeweilige Straßenebene, während das verbesserte Assisted View erkannte Fahrzeuge, weitere Objekte und die Aktionen aktiver Assistenzsysteme visualisiert. An komplizierten Autobahnkreuzen und im dichten Verkehr sollen die Entscheidungen der Automatik dadurch deutlich verständlicher werden.
Hinter dieser Grafik arbeitet erhebliche Rechenleistung. Der neue Zentralrechner Superbrain of Automated Driving bündelt Funktionen für aktive Sicherheit, automatisiertes Fahren und Parken. Seine Rechenleistung liegt ungefähr 20-mal höher als beim System der vorherigen Generation.
Besonders deutlich wird das Konzept zusammen mit dem Highway Assistant. Auf geeigneten Autobahnen ermöglicht das System freihändiges Fahren mit bis zu 130 km/h, wobei der Fahrer die Verkehrssituation weiterhin überwachen muss. Die Elektronik übernimmt Längs- und Querführung, und bei aktiver Navigation kann BMW Maps das Fahrzeug von der Autobahnauffahrt bis zur gewünschten Ausfahrt begleiten. Um einen vorgeschlagenen Spurwechsel zu bestätigen, genügt ein Blick in den entsprechenden Außenspiegel.
Bei Autobahnen soll es aber nicht bleiben. Ab 2027 will BMW die navigationsgeführte, teilautomatisierte Fahrt im Stadtverkehr für Fahrzeuge mit BMW Operating System X einführen, zunächst in Deutschland. Das Konzept hängt mit City Assistant und dem Szenario Address-2-Address zusammen, bei dem elektronische Assistenten den Fahrer praktisch auf der gesamten Strecke von einem Punkt der Stadt zum nächsten begleiten.
Damit bekommt die Karte im BMW eine neue Rolle: Sie sagt nicht mehr nur, wohin es geht. Sie soll gleichzeitig Straße, Verkehr und das zeigen, was das Auto gerade „sieht“ und als Nächstes tun will. Fast wie ein Spiel — nur auf einer echten Straße.