23:58 19-12-2025
Audi pausiert US-Werk: USA-Produktion über VW und Scout rückt in den Fokus
Audi legt die Pläne für ein eigenständiges US-Werk vorerst auf Eis. Wie das Manager Magazin berichtet, habe der Aufsichtsrat Mitte Dezember entschieden, die Idee zu stoppen – vor dem Hintergrund, dass der Hersteller in den kommenden fünf Jahren Milliarden Euro an Kosten einsparen will.
Derzeit hat Audi keine eigene Fertigung in den Vereinigten Staaten: Die meisten Fahrzeuge für Nordamerika kommen aus Europa, der Q5 wird in Mexiko montiert. Damit bleibt die Marke gegenüber US-Einfuhrzöllen angreifbar – anders als BMW und Mercedes, die bereits vor Ort produzieren. Zuvor hatte Audi mehrere Wege geprüft, vom Aufbau eines eigenen Werks bis hin zu einer Gemeinschaftslösung in der Nähe des Volkswagen-Standorts Chattanooga.
Nach Angaben des Magazins ist die Idee einer separaten Audi-Fabrik zwar vorerst beiseitegelegt, das Ziel einer Produktion in den USA jedoch unverändert. Auf dem Tisch liegen Optionen wie die Fertigung mindestens eines großen SUV im derzeit entstehenden Werk der Marke Scout sowie eine mögliche Verlagerung der Montage des elektrischen Audi Q4 e-tron ins Volkswagen-Werk Chattanooga, wo zuvor der ID.4 gebaut wurde. Die Richtung: pragmatische Nutzung bestehender Strukturen statt teurer Alleingangslösung.
Beschlüsse gibt es noch keine; auch die Investitionspläne des Konzerns über rund 160 Milliarden Euro werden weiter geschärft. Es wirkt wie eine vorsichtige Neujustierung im Sinne der Kostendisziplin. Zugleich prägt die Unklarheit über Audis künftigen Fertigungsfußabdruck bereits die Strategien im größeren Konzernverbund und berührt die für den US-Markt anvisierten Modelle des Jahrgangs 2026.