09:15 20-12-2025

VW Atlas 2026 mit IIHS Top Safety Pick+: starke Crashwerte, Kritik an Front Assist und Kindersitzhalterungen

Der Volkswagen Atlas des Modelljahres 2026 hat eine der begehrtesten Sicherheitsauszeichnungen in den USA erreicht: Das IIHS stufte den Crossover als Top Safety Pick+ ein. Für ein dreireihiges Familienmodell ist das ein starkes Argument, zumal der Atlas die zentralen Crashprüfungen, darunter Frontalaufprall mit Teilüberdeckung und den Seitenaufpralltest, souverän meistert. Dennoch machte das Institut deutlich, dass der Atlas noch nicht in allen Bereichen überzeugt.

Größter Kritikpunkt ist die Performance des serienmäßigen Front Assist, einer automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung im Paket IQ.DRIVE. Im Szenario mit einem querenden Kind bei 26 mph senkte das System die Aufprallgeschwindigkeit nur um 10 mph und verhinderte den Kontakt nicht. Auch die nächtlichen Versuche mit einem erwachsenen Fußgänger fielen schwächer aus. Das IIHS ließ offen, ob Softwarelogik, Sensorik oder deren Kalibrierung verantwortlich sind; die Botschaft an die Marke war jedoch eindeutig: Die Abstimmung der Assistenz braucht Feinschliff. Genau hier entscheidet die Feinabstimmung über Vertrauen im Alltag.

Der zweite Punkt betrifft die Kindersitz-Befestigungen. Das IIHS vermerkte, dass die unteren Haltepunkte an den äußeren Plätzen der zweiten Reihe zu tief sitzen und das Einrasten spürbaren Kraftaufwand erfordert. Für Familien, die Sitze häufiger umstecken, ist das keine Lappalie, sondern alltagsrelevante Ergonomie – und genau solche Details prägen über die Zeit das Nutzungserlebnis.

Technisch ist der Atlas seit einigen Jahren ohne V6 unterwegs. Stattdessen arbeitet ein 2,0-Liter-Turbomotor, der auf dem Papier bei der Spitzenleistung zurückliegen mag, dafür aber kräftiger aus dem Drehzahlkeller anschiebt und effizienter arbeitet. Im täglichen Betrieb erweist sich diese Balance oft als wertvoller als reine Datenblatt-Meriten.