19:09 26-12-2025
Warum elektrische Servolenkung Hydrauliksysteme ablöst
Automobilhersteller setzen zunehmend auf elektrische Servolenkung (EPS) und verabschieden sich Schritt für Schritt von hydraulischen Systemen. Dahinter stehen Verbrauchsvorgaben, der Aufstieg elektronischer Fahrerassistenten und der Drang, die Fahrzeugarchitektur zu vereinfachen.
Anders als eine Hydraulik, die über eine riemengetriebene Pumpe dauerhaft Motorleistung abzweigt, benötigt EPS nur dann Energie, wenn am Lenkrad gedreht wird. Das reduziert parasitäre Verluste und verbessert den Kraftstoffverbrauch. Laut BMW könne der Umstieg auf EPS den Bedarf um rund 3 Prozent senken – eine spürbare Marge, wenn es um Flotteneffizienz geht. Solche Lösungen helfen Marken dabei, einige der sparsamsten Modellreihen im Programm zu haben.
Die elektrische Unterstützung ist zudem leichter und kompakter. Ohne Fluid, Schläuche und Pumpe wird die Verpackung einfacher und die Masse sinkt. Genauso wichtig: EPS lässt sich per Software kalibrieren, um Lenkkräfte und Rückmeldung je nach Fahrzeugcharakter passend abzustimmen – das gibt den Entwicklern den nötigen Spielraum.
Ein weiterer Pluspunkt ist die tiefe Vernetzung mit anderen Bordsystemen. EPS kommuniziert mit ABS, Stabilitätskontrolle, Spurhaltefunktion, automatischem Einparken und teilautomatisierten Features – und wird so zum Grundpfeiler heutiger Assistenztechnik sowie zur Basis künftiger Lenksysteme ohne mechanische Verbindung zur Lenksäule.