01:10 29-12-2025
Warum Toyota seine V6 streicht: Hybrid statt Hubraum
Der Downsizing-Trend hat nun auch Toyota erreicht. Saugstarke V6 werden im Programm zur Seltenheit, in manchen Modellen sind sie schon verschwunden. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine Jagd nach Verbrauchswerten, doch der eigentliche Treiber sind meist strengere Emissionsvorschriften, die große Motoren in vielen Märkten schwer zertifizierbar und steuerlich teuer machen.
In den vergangenen Jahren hat der V6 mehrere populäre Baureihen verlassen. Camry und Sienna sind auf Hybridantriebe umgeschwenkt, während Highlander und Tacoma ihre früheren Sechszylinder durch 2,4‑Liter‑Turbovierzylinder ersetzt haben, teils kombiniert mit einem Hybridsystem, um das Drehmoment abzustützen.
In den USA hält sich der V6 de facto nur noch in Tundra und Sequoia, wo ein 3,4‑Liter‑Biturbo den alten V8 abgelöst hat. Dieser Motor hat allerdings an Ansehen verloren: Es gab Hinweise auf ernsthafte Zuverlässigkeitsbedenken, zudem wurden mehr als 120.000 Aggregate wegen eines Fertigungsfehlers zurückgerufen.
Toyota jagt derweil nicht um jeden Preis einer rein elektrischen Palette hinterher und setzt stärker auf Hybride. Das Unternehmen kündigte Investitionen von rund 900 Millionen Dollar an, um die Hybridproduktion in den USA auszubauen. Der Kompromiss liegt auf der Hand: Die Effizienz steigt, dafür tritt die reine Beschleunigung einen Schritt zurück. So wich der Camry mit dem früheren 3,5‑V6 (301 hp) einem 2,5‑Hybrid mit 232 hp, und der Sprint auf 97 km/h dauert länger. Die Richtung ist unübersehbar: geringerer Hubraum, mehr Elektrifizierung, immer weniger Platz für klassische V6. Für Fahrer, die Ansprechverhalten und Charakter schätzen, ist die Veränderung spürbar – die Strategie wirkt dennoch stimmig und zweckmäßig.