20:14 29-12-2025
Cupra will EU-Zölle für den Tavascan senken: Kontingente und Mindestpreis als Kompromiss
Cupra steht kurz davor, Erleichterungen bei den EU-Einfuhrabgaben für den elektrischen Tavascan zu erreichen – ein in Europa entwickeltes, aber in China gebautes Modell. Derzeit treffen in China gefertigte E-Autos in der EU ein Grundzoll von 10 Prozent sowie ein zusätzlicher Ausgleichszoll von 20,7 Prozent. In die öffentliche Debatte geriet der Tavascan, nachdem die Regierung Kataloniens eine Überprüfung der Abgabe angeregt habe, da sie strategische Investitionen ausbremsen könne.
Die Marke wirbt für einen Kompromiss: Der zusätzliche Zoll soll reduziert oder gestrichen werden, im Gegenzug würde Cupra ein jährliches Importkontingent und einen Mindestimportpreis akzeptieren. Gleichzeitig dämpft das Unternehmen die Erwartungen und verweist darauf, die Einführung der Abgaben nicht eins zu eins an die Endkundenpreise weitergereicht zu haben. Entsprechend würden mögliche Änderungen eher in der Ergebnisrechnung auftauchen als auf dem Preisschild im Schauraum. Unterm Strich zielt der Schritt erkennbar auf stabilere Margen statt auf plötzlich sinkende Listenpreise.
Warum wird der Tavascan überhaupt in China gebaut? Der Volkswagen-Konzern nennt begrenzte Kapazitäten in Europa: Es habe schlicht keinen freien Platz für zusätzliche Fertigung gegeben, daher ging das Modell in China in Partnerschaft mit JAC in Produktion. Mit den Zöllen wirkt diese Entscheidung weniger bequem, doch Cupra hält eine Rückverlagerung nach Europa für ein bereits im Markt befindliches Produkt für unpraktikabel. Aus Fertigungssicht rechnet sich ein Umrüsten mitten im laufenden Produktionszyklus selten.