06:39 02-01-2026
Wie BMW Alpina neu ausrichtet: B7-Revival mit V8-Chance
Alpina tritt in eine neue Phase ein: Seit BMW 2022 die Markenrechte übernommen hat, rückt das erste Fahrzeug in Sicht, das vollständig unter der Regie des Konzerns entstanden ist. Aus Branchenkreisen heißt es, der Auftakt könnte eine Limousine auf Basis des 7er sein – im Grunde ein Neustart des B7, der in der aktuellen Generation des Flaggschiffs noch fehlt.
Der Kern der Entscheidung liegt weniger in der Nachfrage, sondern in der Regulierung. Für einen kleinen Hersteller sind durchschnittliche Flottenemissionen zum Drahtseilakt geworden: Je besser die Verkäufe, desto schwerer lassen sich strenge Grenzwerte und mögliche Strafzahlungen umgehen. Im BMW-Verbund erhält Alpina ein Sicherheitsnetz. Der Konzern kann die Gesamtbilanz mit elektrifizierten Modellen ausgleichen und so Platz für imagegetriebene Varianten mit Verbrennungsmotor schaffen. Das wirkt wie eine pragmatische Antwort auf die aktuelle Gesetzeslage.
Technisch wird es besonders interessant. Berichten zufolge wird der nächste Alpina mit dem für 2026 erwarteten Update der 7er-Reihe verknüpft. Das eröffnet die Chance, ein frischeres Design und ein verfeinertes Interieur mit einer klareren Abgrenzung zu den Standardausführungen zu kombinieren. Hinzu kommt der V8-Aspekt: Ein Achtzylinder ist im 7er in vielen Märkten offiziell zur Seltenheit geworden, und über Alpina ließe sich theoretisch ein klassischer Luxus-V8 dorthin zurückbringen, wo reguläre Versionen an Grenzen stoßen. Genau diese Trennschärfe könnte der Marke guttun.
Für alle, die die traditionelle Formel schätzen, klingt das nach erfreulichen Aussichten. Statt eines bloßen Emblems besteht die Chance auf einen echten Spitzenvertreter – schnell, gelassen und dem Geist der besten deutschen Oberklasse verpflichtet. Gelingt dieser Ansatz, wirkt das Ergebnis eher wie ein eigenständiges Flaggschiff als wie ein aufgeladenes Serienmodell.