21:58 06-01-2026

Nvidia treibt Robotaxis voran: Mercedes-CLA-Demo, Sensorfusion und Vera Rubin

Nvidia, in den vergangenen Jahren zu den großen Profiteuren des KI‑Booms aufgestiegen, will diese Schlagkraft nun spürbar in die Autoindustrie lenken. Auf der CES in Las Vegas erklärte CEO Jensen Huang, ein Robotaxi‑Dienst auf Basis von Nvidias Technologien könnte gemeinsam mit einem Partner bereits 2027 an den Start gehen. Der Fahrplan reicht weiter: Zwischen 2028 und 2030 sollen die autonomen Fahrfunktionen in Serienfahrzeuge mehrerer Marken einziehen. Der Plan wirkt ambitioniert, ist aber klar umrissen.

Auffällig: Eine der Vorzeigevorführungen ist an Mercedes‑Benz gekoppelt. Am Vorabend der Messe absolvierte der neue CLA eine innerstädtische Strecke in San Francisco und erkannte dabei Schilder, Ampeln, Vorfahrtsregeln und Fußgänger. Auf der längeren Fahrt musste der Sicherheitsfahrer allerdings eingreifen – ein Hinweis darauf, dass trotz schneller Fortschritte der Stadtverkehr die härteste Bewährungsprobe für autonome Systeme bleibt.

Nvidias Wette gilt nicht einem einzelnen Sensor, sondern der Kombination. Im dichten Verkehr reicht ein gutes Bild nicht; Robustheit in Grenzfällen ist entscheidend – das System muss eine Person am Bordstein von jemandem unterscheiden, der gleich auf die Fahrbahn tritt. In der CLA‑Demo kamen dem Vernehmen nach 10 Kameras und 5 Radare zum Einsatz. Für Robotaxis betont das Unternehmen zudem Lidar, das die Umgebung abtastet und Geometrien verlässlicher erfasst. Vor diesem Hintergrund wirkt Teslas Kamera‑Only‑Ansatz zunehmend wie eine Außenseiterposition in der Branche – der Trend geht klar zur Absicherung über mehrere Wahrnehmungskanäle.

mercedes-benz.cn

Auch der Wettbewerb um Robotaxis prägte die CES. Uber zeigte künftige autonome E‑Modelle auf Lucid‑Basis, die rund um San Francisco eingesetzt werden sollen, während Amazons Zoox in Las Vegas bereits Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale testet. Nach Maßstab gilt Waymo weiterhin als Marktführer – mit Tausenden fahrerlosen Taxis in mehreren US‑Städten. Das Feld verdichtet sich spürbar.

Außerdem nutzte Nvidia die CES, um die nächste Chip‑Generation vorzustellen: den Produktionsstart der Plattform Vera Rubin, die laut Unternehmen deutlich effizienter arbeitet als die bisherige Blackwell‑Generation. Das ist relevant, weil autonome Funktionen nicht nur von Software leben, sondern auch von der Rechenleistung direkt im Fahrzeug – und genau hier entscheidet die lokale Performance darüber, was auf der Straße möglich ist.