00:12 07-01-2026

Zentrale E-Auto-Plattform von Leapmotor und Qualcomm auf der CES 2026

Auf der CES 2026 stellte Leapmotor eine Entwicklung vor, die selten Schlagzeilen macht, aber das Potenzial hat, die Branche spürbar zu verschieben: eine zentrale Rechnerplattform für Serien-E-Autos, gemeinsam mit Qualcomm entwickelt. Ziel ist es, sich vom üblichen Flickenteppich aus Steuergeräten zu lösen, in dem Infotainment, Assistenzsysteme, Karosseriefunktionen und Konnektivität nebeneinander herlaufen und mühsam synchron bleiben. Eine Bündelung wirkt überfällig – gut umgesetzt bedeutet sie schlankere Software und weniger Kompromisse.

Die neue Architektur holt zentrale Systeme in eine gemeinsame Domäne: digitales Cockpit, ADAS, Steuerungen für Licht, Klima und Türen sowie ein Kommunikations-Gateway. Herzstück ist ein zentraler Domain-Controller, der Rechenleistung bündelt – für schnellere Funktions-Updates, reibungslosere Over-the-Air-Aktualisierungen und eine feinere Abstimmung des Fahrzeugverhaltens über den gesamten Lebenszyklus. Ein solches Rückgrat wird modernen E-Autos zunehmend zur Pflicht.

leapmotor.com

Als erstes Modell trägt der Leapmotor D19, das kommende Flaggschiff der Marke, diese Plattform. Er setzt auf ein Dual-Platform-Setup mit dem Snapdragon 8797: getrennte Rechenpfade für Aufgaben im Innenraum und für Fahrassistenz. Genannt werden Fähigkeiten auf Consumer-Niveau: Unterstützung für bis zu acht Displays (einschließlich 3K/4K), 18-Kanal-Audio, Ferndiagnose, Fernsteuerung des Fahrzeugs sowie eine modulare Architektur mit mehr als 200 Servicefunktionen.

Bei den Assistenzsystemen liegt der Fokus auf einem dichten Sensorverbund: bis zu 13 Kameras plus LiDAR, Radare und Ultraschallsensoren. Damit soll ein L2-Paket mit über 30 Funktionen entstehen, inklusive Park-to-Park-Szenarien – ein Hardware-Mix, der für diese Klasse bemerkenswert vollständig wirkt.