07:12 07-01-2026
US-Neuwagenmarkt unter Druck: 1.000-$-Monatsraten, hohe Zinsen, längere Laufzeiten
Der US-Markt für Neuwagen sendet ein deutliches Warnsignal bei der Erschwinglichkeit. Nach Angaben von Edmunds nahm im vierten Quartal 2025 ein Rekordanteil von 20,3% der Käufer einen Neuwagen mit einer Monatsrate von 1.000 Dollar oder mehr mit. Dieser Anteil stieg gegenüber dem Vorquartal und liegt klar über dem Vorjahreswert – das wirkt weniger wie ein Ausreißer als wie eine verfestigte Tendenz.
Auch die durchschnittlichen Monatsraten bei Neuwagenkrediten erreichten mit 772 Dollar einen Edmunds-Höchststand, während der durchschnittlich finanzierte Betrag bei 43.759 Dollar lag. Die Zinssätze bleiben im historischen Vergleich hoch, trotz leichter Entspannung: Der durchschnittliche effektive Jahreszins beträgt 6,7%. Um die Raten tragbar zu halten, wählen mehr Käufer längere Laufzeiten: Kredite über 84 Monate oder mehr machten 20,8% aller Finanzierungen aus, und 0%-Angebote waren mit 3,1% rar. Unterm Strich ist es die bekannte Rechnung: kleinere Raten heute, dafür ein längerer und schwererer Schuldenrucksack.
Die Preise verschärfen den Druck zusätzlich. Laut Cox Automotive/Kelley Blue Book lag der durchschnittliche Transaktionspreis für einen Neuwagen in den USA im November bei 49.814 Dollar, ein Plus von 1,3% gegenüber dem Vorjahr, wobei die Nachfrage spürbar bei einkommensstärkeren Haushalten konzentriert ist. Viele wenden sich daher gebrauchten Fahrzeugen zu, doch auch dort steigt die Messlatte: Edmunds verzeichnet, dass inzwischen ein Rekord von 6,3% der Gebrauchtwagenkäufer mit Monatsraten von 1.000 Dollar oder mehr konfrontiert sind. Wenn selbst die Ausweichoption so teuer wird, verengt sich der Weg ins Auto für eine breite Käuferschicht.