03:06 09-01-2026
Teslas Bodeneffekt 2.0: Unterboden mit Lüftern für mehr Abtrieb und Agilität
Tesla hat ein Patent für ein Aerodynamiksystem angemeldet, das Abtrieb und Beschleunigung von Elektroautos deutlich steigern soll. Das Dokument beschreibt einen aktiven Unterboden mit beweglichen Schürzen sowie einem Paket zentraler Lüfter, die unter dem Fahrzeug eine Unterdruckzone erzeugen.
Bei niedrigen Geschwindigkeiten laufen die Lüfter mit voller Leistung und fördern die Luft nach hinten, wodurch sich unter dem Auto eine stabile Unterdrucktasche aufbaut. Mit zunehmendem Tempo passt sich das System dem Straßenprofil an: Position der Schürzen und Lüfterleistung werden anhand von Daten zu Geschwindigkeit, Steigung, Haftung und sogar GPS kontinuierlich justiert.
Im Kern skizziert Tesla damit eine moderne Neuinterpretation des klassischen Bodeneffekts aus der Formel 1 der späten 1970er. Damals veränderten Lösungen wie der Lotus 79 mit seitlichen Schürzen und der Brabham BT46B mit Lüfter die Kurvenhaftung fundamental, wurden jedoch später verboten, weil Defekte erhebliche Risiken bargen.
Tesla stellt das system hingegen als Mittel vor, um Starts zu schärfen, die Performance auf dem Dragstrip zu verbessern und die Agilität bei niedrigen Geschwindigkeiten zu erhöhen – das Auto soll sich anfühlen, als klebe es auf dem Asphalt. Im Patent ist von speziellen Modi für stehende Starts und für Hochgeschwindigkeitsfahrten die Rede, in denen alle Lüfter zugeschaltet werden. Auf dem Papier dürfte dieser Fokus auf Kontrolle und Ansprechverhalten vor allem dort auszahlen, wo Fahrer es unmittelbar spüren: beim Losfahren und in engen Manövern. Das klingt nach einem Ansatz, der Vertrauen schafft.
Sollte die Technik in die Serie finden, könnte die US‑Marke E‑Autos mit Abtriebsniveaus anbieten, die bislang Rennprototypen vorbehalten waren.