04:35 10-01-2026
Stellantis streicht Plug-in-Hybride in den USA und Kanada – Fokus auf Hybride und Range-Extender
Stellantis stellt seine Elektrifizierungsstrategie in Nordamerika auf neue Beine. Ab dem Modelljahr 2026 beendet der Konzern Entwicklung und Produktion sämtlicher Plug-in-Hybride in den USA und Kanada. Damit werden einige der prominentesten PHEV-Programme beendet: der Jeep Wrangler 4xe und Grand Cherokee 4xe, die Chrysler Pacifica Hybrid sowie der Dodge Hornet PHEV – letztere Baureihe stand ohnehin unter Druck, nachdem das europäische Schwestermodell Alfa Romeo Tonale auf eine reine Benzinvariante umgestellt wurde. Es ist ein klarer Kurswechsel, der wie eine Wette auf einfachere Antriebe und größere elektrische Reichweite wirkt.
Offiziell erklärt Stellantis, der Schritt spiegele veränderte Kundenpräferenzen wider und richte das Portfolio stärker auf wettbewerbsfähige Angebote aus: klassische Hybride und Elektrofahrzeuge mit Range-Extender. Doch der Hintergrund ist schwer zu übersehen. In den vergangenen zwei Jahren sahen sich Jeeps PHEV-Modelle Rückrufen wegen Brandrisiken ausgesetzt, einige Neufahrzeuge durften zeitweise nicht verkauft werden. Für das Unternehmen prallten damit hohe Nachfrage, Qualitätsprobleme und steigende Kosten aufeinander – auf Dauer eine kaum tragfähige Mischung.
Trotzdem fährt Stellantis seine Elektrifizierungspläne nicht zurück. Ein neuer Jeep Cherokee mit 1,6-Liter-Hybrid-Turbomotor kommt auf den Markt, während reichweitenverlängerte Varianten des Grand Wagoneer und des Ram 1500 in Entwicklung sind. Der Hersteller hält daran fest, dass Hybride und Elektroplattformen mit Range-Extender besser zu den Erwartungen in Nordamerika passen als PHEV-Lösungen. Angesichts der jüngsten Turbulenzen wirkt die Strategie bodenständig: weniger Kompromisse, ein klarer Nutzen für Käufer und ein sauberer Weg in die Skalierung.