03:28 11-01-2026

Porsche Taycan Turbo in der Auktion: warum die Schadenakte Käufer abschreckt

Ein Porsche Taycan Turbo des Jahrgangs 2020, 2024 für 175.000 Dollar gekauft, fand selbst bei einem Gebot von 50.500 Dollar keinen neuen Besitzer. Der Verkäufer setzte in einer Online-Auktion einen Mindestpreis; die Gebote blieben darunter, der Verkauf platzte. Ausschlaggebend waren die Vorgeschichte und der technische Zustand. Trotz üppiger Ausstattung – vom Panoramadach über Porsche InnoDrive bis zu 21-Zoll-Rädern – häuften sich die offenen Punkte.

In den vergangenen 18 Monaten legte der Taycan 38.624 Kilometer zurück und sah die Werkstatt mehrfach: Glas- und Reifenwechsel, eine neue Batterie, Kalibrierungen von Kamera und Radar sowie Karosseriearbeiten nach Unfällen. Laut Carfax sind mindestens drei Schadensereignisse verzeichnet.

Der Besitzer hält dagegen, es habe nur einen leichten Unfall gegeben, und verweist darauf, dass ein autorisierter Händler die Reparaturen übernommen habe. Kommentatoren der Auktion merkten jedoch an, dass eine lange Liste an, selbst kleinen, Eingriffen Gebrauchtkäufer erfahrungsgemäß abschreckt. So blieb der Taycan trotz starker Daten – 670 PS, 2,9 Sekunden auf 100 km/h, Allradantrieb – ohne neues Zuhause.

Seine flache Bauweise macht ihn anfällig für Kontakt mit Bodenwellen und Kanten, und in kalten Regionen kann die Reichweite auf 313 Kilometer sinken. Mit 58.740 Kilometern auf dem Tacho ist das kein gehätscheltes Schaustück, sondern ein Elektroauto aus dem Alltag – ehrliche Laufleistung, die zusammen mit einer dichten Reparaturhistorie oft als Risiko gelesen wird.

Der Porsche Taycan bleibt ein brillantes Auto, doch auf dem Gebrauchtmarkt sind E-Modelle mit Schadenmeldungen und prall gefüllter Serviceakte ein schwieriges Angebot. Da die Preise für neue Elektroautos nachgeben und der Wettbewerb schärfer wird, orientieren sich Käufer zunehmend an jüngeren, vielleicht weniger starken, dafür unbelasteten Modellen.