19:26 13-01-2026
ADAS im Alltag: Kalibrierung, Windschutzscheiben und steigende Kosten
Kleine Blechschäden und Rempler bei niedrigen Geschwindigkeiten werden spürbar teurer, seit sich fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) im Markt ausbreiten. Dazu zählen Spurhalteassistent, automatische Notbremsung, Totwinkelüberwachung und adaptive Geschwindigkeitsregelung. Branchenanalysen gehen davon aus, dass sich die Zahl der mit ADAS ausgerüsteten Fahrzeuge bis 2028 nahezu verdoppeln wird.
Schon heute benötigen etwa 23% der in einen Unfall verwickelten Autos eine Kalibrierung oder Reparatur von ADAS-Komponenten. Selbst vermeintlich einfache Arbeiten wie der Austausch der Windschutzscheibe erfordern oft eine neue Einstellung von Kameras und Sensoren. Im Schnitt kostet eine ADAS-Kalibrierung derzeit rund 500 US-Dollar, Tendenz steigend. Moderne Sicherheitstechnik bringt zusätzliche Komplexität mit – und die schlägt sich auf der Rechnung nieder.
Das Problem ist nicht der Mangel an Kameras oder Radarsensoren, sondern der Aufwand der Prozedur. Eine korrekte Einrichtung verlangt Spezialausrüstung und Software, die viele Werkstätten nicht vorhalten. In der Praxis landen Fahrzeuge deshalb häufig bei Vertragshändlern oder unabhängigen Diagnosebetrieben, was die Abläufe verlängert und die Endsumme weiter nach oben treibt.
Ein weiterer Kostentreiber ist Glas: Seit 2017 sind die Preise für den Tausch der Windschutzscheibe um rund 50% gestiegen. Fachleute betonen zudem, dass ADAS-Arbeiten nicht optional sind – ohne korrekte Kalibrierung gilt ein Auto als unsicher. Das sollte man im Blick behalten, wenn ein Fahrzeug nach einem Crash geprüft wird, denn fehlerhaft arbeitende Assistenten beeinflussen die Sicherheit und am Ende auch die Versicherungsabrechnung.