21:46 14-01-2026

Geotab-Studie: Batteriedegradation in E-Autos und der Einfluss von Schnellladen

Moderne Akkus in Elektroautos halten über ihre gesamte Lebensdauer erstaunlich stabil – selbst dann, wenn Schnellladen immer öfter zum Alltag gehört. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktualisierte Analyse von Geotab, die anhand mehrjähriger Telematikdaten die Batteriezustände von mehr als 22.700 E‑Autos aus 21 Marken im realen Betrieb ausgewertet hat.

Geotab nennt eine durchschnittliche jährliche Degradation von 2,3 Prozent. Zum Vergleich: 2024 war der Wert noch mit 1,8 Prozent pro Jahr veranschlagt. Die Forscher führen den leichten Anstieg auf veränderte Nutzungsmuster und einen wachsenden Anteil an Ladevorgängen an Hochleistungs-Gleichstromsäulen zurück.

Am deutlichsten wirkt sich laut Auswertung die Ladeleistung aus. Fahrzeuge, die häufig per DC mit mehr als 100 kW geladen werden, verlieren schneller Kapazität – im Schnitt bis zu 3,0 Prozent pro Jahr. Beim AC-Laden oder mit geringeren Leistungen blieb der Wert um 1,5 Prozent jährlich. In der Praxis gilt damit: Die schnellsten Zwischenstopps sind bequem, gehen auf Dauer aber zulasten der Batterie; wer langsamere Ladevorgänge einstreut, fährt die Zellen langfristig schonender.

Klimaeffekte fallen weniger stark ins Gewicht: In heißeren Regionen lag die Degradation pro Jahr um rund 0,4 Prozentpunkte höher als in gemäßigten Zonen. Außerdem zeigt die Studie, dass ein breites Fenster beim Ladezustand den Verschleiß nicht beschleunigt – vorausgesetzt, der Akku wird nicht regelmäßig bis 100 Prozent vollgeladen oder nahezu leergefahren. Diese unaufgeregte Routine zahlt sich über die Jahre aus und nimmt der Reichweite ein Stück weit die Dramatik.