21:36 15-01-2026
FTC-Beschluss gegen GM: OnStar sammelte heimlich Fahrerdaten
Die US-Handelsaufsichtsbehörde FTC hat einen 20-jährigen Beschluss gegen General Motors und dessen OnStar-Abteilung erlassen. Grund sind Vorwürfe, dass das Unternehmen heimlich Fahrerdaten sammelte und verkaufte. Laut der Behörde erfasste der Autohersteller präzise Geolokations- und Fahrverhaltensinformationen – einschließlich starken Bremsens – teils im Sekundentakt.
Die FTC erklärt, dass die OnStar-Funktion Smart Driver durch einen irreführenden Prozess aktiviert wurde: Nutzer gingen davon aus, dass der Service lediglich ihr Fahrverhalten bewertet, doch die Daten wurden ohne klare Einwilligung an Makler und Auskunfteien weitergegeben. Diese Informationen gelangten dann zu Versicherungsunternehmen und könnten sich auf Versicherungsprämien und Vertragsbedingungen auswirken.
So stieg beispielsweise die Versicherungsprämie eines Chevrolet-Camaro-Besitzers um 80 Prozent, nachdem 603 Fahrtenaufzeichnungen geteilt wurden.
Gemäß dem Beschluss ist GM für fünf Jahre untersagt, Standort- und Fahrstildaten an Auskunfteien weiterzugeben. Künftig muss das Unternehmen eine ausdrückliche Einwilligung für das Sammeln und Übertragen von Telematikdaten einholen. Zudem muss es Fahrern Optionen bieten, um Daten einzusehen, zu löschen und präzises Tracking zu deaktivieren. Es handelt sich um den ersten FTC-Fall im Zusammenhang mit vernetzten Fahrzeugdaten.