11:23 17-01-2026

GM-Chefin Mary Barra hinterfragt Umweltvorteile von Plug-in-Hybriden

General-Motors-Chefin Mary Barra hat öffentlich auf eines der unangenehmsten modernen Probleme der Automobilindustrie hingewiesen: die Diskrepanz zwischen den angepriesenen Umweltvorteilen von Plug-in-Hybriden und der tatsächlichen Nutzung durch ihre Besitzer.

Wesentlicher Aspekt

Barra stellte fest, dass die meisten PHEV-Fahrer ihre Fahrzeuge selten ans Stromnetz anschließen. In der Praxis werden diese Autos daher vorwiegend wie konventionelle Benziner mit zusätzlichem Gewicht gefahren, was die beworbenen Emissions- und Effizienzvorteile zunichtemacht. Dieser Faktor war ein Hauptgrund dafür, dass GM lange auf eine aktive Entwicklung von Plug-in-Hybriden für den US-Markt verzichtet hat.

Technische und marktbezogene Details

Ihre Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die US-Elektrifizierungsbemühungen ins Stocken geraten sind. Die Abschaffung des bundesstaatlichen Steuerbonus von 7.500 Dollar für Elektrofahrzeuge führte Ende 2025 zu einem deutlichen Einbruch der EV-Verkäufe. Zudem verschärfte sich die Lage durch die Überarbeitung der Umweltstandards unter der Trump-Regierung, was den Druck auf die Autohersteller in Sachen Kraftstoffeffizienz verringerte. Vor diesem Hintergrund mussten Unternehmen wie GM und Ford ihre Pläne anpassen und verzeichneten erhebliche finanzielle Verluste.

Hintergrundbotschaft

Obwohl GM Plug-in-Hybride kritisiert, hat der Konzern sein Bekenntnis zur vollständigen Elektrifizierung nicht aufgegeben und sieht Elektrofahrzeuge weiterhin als langfristiges Ziel. Allerdings räumt das Unternehmen ein, dass es kurzfristig ab 2027 sein Angebot an Hybriden und Plug-in-Hybriden erweitern muss, um sich den Marktgegebenheiten anzupassen. Barras Aussagen stellen damit die Rolle von PHEVs als nachhaltige Übergangslösung effektiv in Frage.