12:22 18-01-2026
Alternde Fahrzeugflotte in Italien: Risiken für Umwelt und Sicherheit
Ein neuer ACEA-Bericht, der Tarantas News vorliegt, zeigt einen besorgniserregenden Trend: Der italienische Fahrzeugbestand altert rapide, während die Flottenerneuerung nur im Schneckentempo vorankommt und die Elektroauto-Adaption minimal bleibt. Diese Entwicklung stellt sowohl für Umweltziele als auch für die Verkehrssicherheit erhebliche Risiken dar.
EU-Daten für 2024 weisen fast 256 Millionen Pkw auf den Straßen aus, wobei das Durchschnittsalter der Fahrzeuge von 12,5 auf 12,7 Jahre gestiegen ist. Die Situation in Italien ist noch alarmierender: Dort liegt das Durchschnittsalter bei 13 Jahren – deutlich höher als in Deutschland mit 10,6 Jahren und Frankreich mit 11,5 Jahren. Italien führt auch bei der Pkw-Dichte pro tausend Einwohner, was sowohl auf eine schwache Flottenerneuerung als auch auf eine kritische Abhängigkeit von Privatfahrzeugen hindeutet.
Elektrofahrzeuge machen derzeit nur 2,3 % des italienischen Bestands aus, während Plug-in-Hybride auf 1,4 % gesunken sind. Benziner und Diesel dominieren weiterhin mit 87,6 %, sodass das Land klar hinter europäischen Zielen zurückbleibt. Die Elektrifizierung im gewerblichen Transport ist kaum sichtbar: Elektrotransporter liegen bei 1,3 %, Lastwagen bei nur 0,3 %. Deutlichere Fortschritte zeigen sich lediglich in Busflotten einiger nordeuropäischer Länder.
Italien steht vor einer systemischen Herausforderung: unzureichende Ladeinfrastruktur, mangelnde Anreize für Flottenerneuerung, hohe Neuwagenkosten und begrenzte Alternativen im öffentlichen Nahverkehr. In der Praxis bedeutet dies, dass ältere Fahrzeuge weiter im Umlauf bleiben – entgegen sowohl EU-Umweltzielen als auch modernen Sicherheitsanforderungen, von ADAS-Systemen bis hin zu aktuellen Crashtest-Standards.