Der aktuelle BMW 3er (G20) ist in die Jahre gekommen. Beim IIHS-Crashtest (moderate Überlappung frontal) gab es für die Limousine des Modelljahres 2026 nur ein „Acceptable“ – die Bestnote „Good“ wurde verfehlt.
Das Problem betraf nicht den Fahrer, sondern den Passagier im Fond. Beim Aufprall rutschte der Beckengurt des Dummies von der Hüfte auf den Bauch. In einem echten Unfall würde das das Risiko von Bauchverletzungen erhöhen. Der Test simuliert einen Frontalcrash mit einer festen Barriere bei 64 km/h, wobei 40 Prozent der Fahrzeugfront auf der Fahrerseite überlappen.
Vorn sitzt ein durchschnittlich großer männlicher Erwachsenendummy, hinten ein Dummy, der eine kleine Frau oder ein 12-jähriges Kind von etwa 49 kg repräsentiert. Der Schutz solcher Passagiere wird zunehmend zur Achillesferse für Modelle, die frühere Tests noch mit Bravour bestanden.

Auch andere Systeme fallen negativ auf. Die Scheinwerfer des US-Modells wurden kritisiert: Das Abblendlicht blendet, und das Fernlicht leuchtet auf gerader Strecke nach links nicht weit genug. Das Frontkollisionsvermeidungssystem bekam die Note „Marginal“ – vor allem bei Motorrädern zeigte es Schwächen. Auch die Gurtwarner schnitten nur „Marginal“ ab, weil sie zu leise sind und zu spät aktiviert werden.
Die gute Nachricht: Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Der G20 wird voraussichtlich spätestens im November 2026 vom G50 abgelöst. In den USA kommt der neue 3er zunächst als 330, 330 xDrive und M350 xDrive. Der M350 xDrive löst den M340i xDrive ab und behält den aufgeladenen Reihensechszylinder.
Der 330e Hybrid folgt voraussichtlich 2027, der neue M3 in der zweiten Jahreshälfte 2028. Für den aktuellen 3er ist der Test keine Katastrophe, aber eine unangenehme Erinnerung: Sicherheit bedeutet heute nicht mehr nur eine stabile Karosserie und Schutz für die Vordersitze, sondern auch, dass der Gurt den Fondpassagier zuverlässig zurückhält.