Ein elektrischer VW ID.3 aus dem Modelljahr 2021 hat im ADAC-Langzeittest mehr als 220.000 km zurückgelegt – und seine Batterie hält deutlich besser durch, als man erwarten würde. Der Check ergab einen SoH-Wert von 89 %, dem Gesundheitszustand der Antriebsbatterie. Allerdings hat die Aviloo-Methode eine Fehlertoleranz von bis zu drei Prozentpunkten, weshalb man die 89 % nicht als exakte Restkapazität verstehen sollte.
Die Tester setzten einen ID.3 Pro S mit einer nutzbaren Akkukapazität von 77 kWh ein. Das Auto ist seit Mai 2021 im Einsatz, wurde regelmäßig auf Langstrecken geschickt und häufig auf 100 % geladen. Zeitweise stand der voll geladene Wagen längere Zeit ohne Bewegung – für eine Lithium-Ionen-Batterie alles andere als schonend.
Und trotzdem liegt das Ergebnis deutlich über der Garantie-Untergrenze von Volkswagen. Der Hersteller garantiert für die Hochvoltbatterie mindestens 70 % der Nutzkapazität über acht Jahre oder die ersten 160.000 km – je nachdem, was zuerst eintritt. Der Test-ID.3 hat diese Laufleistung bereits im Juni 2025 überschritten. Die Batterie hält weiter durch.
Komplett problemfrei war das Auto allerdings nicht. Während der Testphase registrierte der ADAC einen Antriebsfehler, den Austausch der GPS-Antenne, einen beschädigten Parksensor, Startprobleme sowie einen defekten Ladeklappenmechanismus. Die Antriebsbatterie selbst musste dagegen nie größer repariert werden, und bei rund 217.000 km bestand der Wagen die Inspektion ohne Beanstandungen.
Auch Software-Updates spielten eine Rolle. Der Verbrauch im Labortest sank von 20 auf 18,3 kWh je 100 km, und die Spitzenladeleistung beim Schnellladen übertraf nach einem Update 160 kW. Die Messungen erfolgten allerdings zu unterschiedlichen Testzeitpunkten, weshalb sie nicht als direkter Beweis dafür gelten können, dass die Batterie allein durch die Laufleistung effizienter geworden ist.
Für Käufer eines gebrauchten Elektroautos lautet die Botschaft: Eine hohe Laufleistung allein bedeutet noch keine verschlissene Batterie. Der Zustand eines konkreten Fahrzeugs sollte dennoch mit einem eigenen Batterietest geprüft werden – Alter, Klima, lange Standzeiten bei vollem Ladestand und das Schnellladeverhalten können das Ergebnis deutlich verändern.
Zuvor wurde bereits berichtet, dass der neue Volkswagen Amarok mit einer anderen Frontpartie gezeigt wurde.