Die ganze Zeit hat Audi auf Elektroautos gesetzt — und in Amerika ist die Wette nicht aufgegangen. Die Marke stand ausgerechnet dann ohne Hybride und Plug-in-Modelle da, als die Käufer noch längst nicht auf sie verzichten wollten. Das Ergebnis: Audis Auslieferungen in Nordamerika sanken im ersten Halbjahr 2026 von 98.712 auf 82.187 Fahrzeuge — ein Minus von 16,7 %. Jetzt will das Unternehmen das ändern.
Audi of America-Präsident Vito Paladino bestätigte gegenüber Automotive News: Hybride kommen ins Programm. Derzeit werde geprüft, in welchen Segmenten und bei welchen Modellen eine Erweiterung wirtschaftlich sinnvoll ist. Konkretes — weder Modelle noch Termine — nannte der Manager nicht.
Und darin liegt die Ironie: Erfinden muss Audi nichts. In Europa gibt es längst eine breite e-hybrid-Palette, und die Nachfrage danach wächst weiter — die Auslieferungen der Plug-in-Hybride der Marke stiegen im ersten Halbjahr um 147 %, die Bestellungen in Westeuropa um 117 %. Die Technik steht bereit. Es fehlt nur die Entscheidung.
Der naheliegendste Kandidat für den Sprung über den Atlantik ist der Audi Q5 e-hybrid. Die europäische Version kombiniert einen Benzinmotor mit einem Elektromotor auf bis zu 367 PS und schafft rein elektrisch bis zu 101 km nach WLTP-Zyklus. Die Batterie fasst 20,7 kWh. Im US-Katalog des Q5 2026 fehlt ein solcher Antrieb bislang.
Ob der Q5 e-hybrid tatsächlich in die USA kommt, ist bislang eine redaktionelle Vermutung, keine bestätigte Ankündigung. Doch die fertige europäische Ausführung gibt Audi die Möglichkeit, schon jetzt auf Zertifizierung und Geschäftsmodell hinzuarbeiten, ohne auf den nächsten Generationswechsel zu warten.
Die eigentliche Prüfung für Paladinos Worte kommt mit der Ankündigung der ersten Serienmodelle und dem Start ihrer US-Zertifizierung. Bis dahin ist sein Versprechen ein Signal für einen Strategiewechsel — aber noch keine Garantie für ein konkretes Auto und ein konkretes Datum.