Fahrerlose Autos rollen nach Dänemark, und niemand hat China zuerst erwartet

Fahrerlose Autos rollen nach Dänemark, und niemand hat China zuerst erwartet
WeRide
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

WeRide und GreenMobility haben sich auf Level-4-Robotaxis in Kopenhagen geeinigt – Dänemarks erstes und Skandinaviens erstes chinesisches.

Dänemark bekommt bald etwas, das kein anderes skandinavisches Land hat – ein echtes Robotaxi auf öffentlichen Straßen. Das chinesische Unternehmen WeRide und der dänische Betreiber GreenMobility haben vereinbart, den autonomen GXR-Dienst der Stufe 4 auf die Straßen von Kopenhagen zu bringen. Der offizielle Start ist für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen, doch zuvor müssen die Unternehmen noch die Genehmigung der dänischen Behörden einholen – die Vereinbarung selbst ist also noch kein Start des Betriebs, sondern erst der Antrag dafür.

Das Prinzip ist einfach: Fahrgäste bestellen einen Wagen über die App von GreenMobility, den Rest übernimmt WeRide. Der Betreiber kümmert sich um Kunden und Flottenmanagement, das chinesische Unternehmen liefert die Fahrzeuge und das autonome Fahrsystem. GreenMobility hat einiges zu bieten – rund 1.600 Elektrofahrzeuge und den Titel des größten frei verfügbaren Elektro-Carsharing-Netzwerks Skandinaviens.

Die Pläne existieren schon länger, doch erst jetzt haben sie einen festen Zeitrahmen bekommen. Auf der eigenen Website von GreenMobility stand bis vor Kurzem noch 2028 als Zielmarke für fahrerlose Elektrofahrzeuge. Bereits 2025 hatte der Betreiber eine unverbindliche Vereinbarung mit Tensor über die mögliche Lieferung von bis zu 2.000 autonomen Fahrzeugen unterzeichnet. Das WeRide-Projekt übertrumpft beide Vorhaben – der Zeitplan ist näher, und das Ziel ist kein Test, sondern ein vollwertiger öffentlicher kommerzieller Dienst.

Ein Robotaxi lässt sich aber nicht einfach so auf die Straße schicken. Das dänische Recht erlaubt Fahrzeugtests bis zur Stufe SAE 4, doch jedes Projekt benötigt eine eigene, gesonderte Genehmigung. Die Anträge prüft die dänische Straßenverkehrsbehörde, und Routen sowie Betriebsbedingungen müssen die Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Vor der dänischen Ankündigung hatte sich WeRide bereits in Frankreich, Belgien, der Schweiz, Spanien und der Slowakei etabliert. Das Unternehmen gibt an, inzwischen in mehr als 40 Städten präsent zu sein und in acht Ländern über Genehmigungen für autonomes Fahren zu verfügen. Dänemark wird bereits der sechste europäische Markt.

Als Nächstes folgt erst einmal eine Pause. Das Bediengebiet steht noch nicht fest. Unklar bleibt, wie viele Fahrzeuge im Einsatz sein werden, wie die Tarife aussehen, wie die Fernüberwachung funktioniert und ob bei den ersten Fahrten überhaupt ein Sicherheitsfahrer an Bord sein wird.

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