Chevrolets neuer Onix kostet weniger als die günstigste Version – und läuft nur mit einem Kraftstoff

Chevrolets neuer Onix kostet weniger als die günstigste Version – und läuft nur mit einem Kraftstoff
chevrolet.com
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der neue Onix Eco von Chevrolet unterbietet sogar das Basismodell mit Handschaltung. Der Haken: Tanken geht nur noch mit Ethanol.

General Motors versichert, die Verkäufe des Chevrolet Onix Eco in Brasilien liefen „sehr gut“. Nur ein Problem: Wie gut, sagt das Unternehmen nicht. Keine Bestellzahlen, keine Zulassungsstatistik. Was GM stattdessen zeigt, ist der Preis: Der Turbo-Fünftürer mit Automatikgetriebe kostet 99.990 Real. Das sind 2.900 Real weniger als der Basis-Onix 1.0 MT mit Saugmotor und Handschaltung. Eine Automatik günstiger als ein Schaltgetriebe – klingt nach einem Tippfehler. Ist es aber nicht.

Der Haken liegt darin, wofür man den Preis erkauft. Die Ersparnis erforderte den Abschied von der in Brasilien beliebten Flex-Fuel-Technologie. Der Onix Eco lässt sich gar nicht mit Benzin betanken – sein Turbo-Dreizylinder mit 1,0 Liter Hubraum ist ausschließlich auf Ethanol kalibriert. Die Leistung liegt bei 115 PS und 16,8 kgf·m Drehmoment, umgerechnet rund 165 Nm, gepaart mit einer Sechsgang-Automatik. Ein in einer US-Quelle genannter Wert von 137 lb-ft, umgerechnet etwa 186 Nm, weicht von Chevrolets offizieller Spezifikation ab.

Den niedrigen Preis ermöglicht das staatliche Förderprogramm Carro Sustentavel. Es bewertet die Emissionen über den gesamten Produktions- und Nutzungszyklus, den Anteil recycelbarer Materialien und den Umfang der Fertigung in Brasilien. Dank dieser Förderung sank der Preis des Fünftürers von 103.190 auf 99.990 Real, der der Stufenheck-Version Onix Plus Eco von 106.990 auf 103.990 Real. Im Vergleich zur restlichen Modellpalette fällt der Unterschied deutlich auf.

Turbo-Versionen des Onix, die weiterhin mit Benzin betankt werden können, starten bei 104.690 Real. Der Eco kommt dagegen serienmäßig mit Automatikgetriebe, sechs Airbags, Rückfahrkamera und Infotainmentsystem – und das für weniger Geld. Bezahlt wird der Preisvorteil mit der Kraftstoffbeschränkung: Wie groß die Ersparnis tatsächlich ausfällt, hängt von Verfügbarkeit und Preis des Ethanols vor Ort ab.

GM zielt nicht nur auf Privatkunden. Auch Unternehmen, die den CO2-Fußabdruck ihrer Flotten verringern wollen, stehen im Fokus. Fabio Rua, Vizepräsident von GM für Südamerika, hob beim erfolgreichen Marktstart des Modells besonders Firmenkunden hervor. Vorerst bleibt diese Einschätzung eine Aussage des Herstellers – eigene Verkaufszahlen für den Onix Eco hat GM bislang nicht veröffentlicht.

Erst kürzlich landete Chevrolets schwerer Pick-up auf einer Liste der versicherungsfreundlichsten Fahrzeuge – aus Gründen, die kaum jemand kommen sah.

Aktuelle Beiträge