Niemand hat dem Citroën Ami ein leichtes Leben versprochen, und trotzdem übernimmt der kleine Elektro-Zwerg jetzt eine Aufgabe, an der die meisten Autos scheitern. In Deutschland können Kundinnen und Kunden ab sofort den elektrischen Ami[for]all bestellen — eine umgerüstete Version für Menschen mit eingeschränkter Mobilität der unteren Gliedmaßen. Die Fahrertür öffnet jetzt bis zu 90 Grad, dazu kommen ein ausklappbares Transferbrett, eine Halteschlaufe, eine Handbedienung für Gas und Bremse sowie ein Drehknauf am Lenkrad.
Und hier liegt der eigentliche Clou: Das ist keine eigene Version, die komplett ab Werk vom Band läuft. Zuerst bestellt man einen ganz normalen Ami in der gewünschten Ausstattung, dann wendet man sich für ein individuelles Umbau-Angebot an Mobilcenter Zawatzky. Erst nach der Produktion geht der Quadricycle zur zertifizierten TÜV-Umrüstung — und erst danach zum Citroën-Händler. Leasing gibt es dabei grundsätzlich nicht, nur Barkauf.
Der Umstieg ist bis ins Detail durchdacht. Die fahrende Person wechselt vom Rollstuhl auf den serienmäßigen Sitz, den Rollstuhl selbst kann man entweder zerlegen und auf dem Beifahrersitz befestigen, die Räder dabei im Fußraum verstaut, oder auf dem Alu-Heckträger montieren. Im zweiten Fall bleibt im Innenraum sogar noch Platz für eine Mitfahrerin oder einen Mitfahrer. Die Pedale bleiben unangetastet, sodass auch Menschen ohne Einschränkung das Auto fahren können — es bleibt für alle nutzbar.
Technisch hat sich nichts geändert: Höchstens 45 km/h, bis zu 75 km Reichweite nach WMTC-Zyklus. Die volle Ladung an der heimischen 230-V-Steckdose dauert rund vier Stunden. In Deutschland darf man das leichte Quadricycle bereits mit 15 Jahren fahren — vorausgesetzt, der Führerschein der Klasse AM liegt vor.
Beim Geld wird es spannend. Der normale Ami kostet in Deutschland ab 7.990 Euro, wie viel der Umbau zusätzlich kostet, bleibt Geheimsache. Der Preis wird nicht veröffentlicht — das spezialisierte Unternehmen erstellt für jede Kundin und jeden Kunden ein individuelles Angebot. Die Gesamtkosten des ami[for]all lassen sich also anhand der Citroën-Preisliste allein gar nicht beziffern.
Der Weg bis hierhin war kein kurzer: Erst als Prototyp gezeigt, wird die Lösung seit 2023 in Frankreich angeboten. Jetzt ist sie endlich auch in Italien und Deutschland angekommen.