Alfa Romeo spielt wieder mit der Knappheit — und wieder nur in Japan. Seit dem 6. August nehmen die dortigen Händler Bestellungen für den Junior Ibrida Sport Speciale entgegen: 140 Autos, kein einziges mehr. Der Preis liegt bei 5.250.000 Yen.
Das sind 300.000 Yen mehr als beim normalen Junior Ibrida Premium, der derzeit 4.950.000 Yen kostet. In beiden Summen steckt bereits der Konjunkturaufschlag, eine eigene Position, die Alfa Romeo zum 1. Januar 2026 in die japanischen Preislisten aufgenommen hat — mit Verweis auf den Yen-Kurs sowie gestiegene Produktions- und Logistikkosten. Für Core, Premium und Sport Speciale beträgt er 270.000 Yen, für das im Januar aufgelegte Sondermodell INTENSA 150.000 Yen.
Und damit ist die Farbe noch nicht bezahlt, denn Lack kostet beim Junior extra. Beim Einstiegsmodell Ibrida Core schlägt Arese Grey mit 80.000 Yen zu Buche, Brera Red mit 100.000 Yen. Beim Premium ist die Karosserie zweifarbig mit schwarzem Dach: Arese Grey und Naviglio Blue kosten je 130.000 Yen, Brera Red 150.000 Yen. Was die Farben beim Sondermodell kosten, hat Alfa Romeo überhaupt nicht verraten — der Sport Speciale taucht im Konfigurator gar nicht auf, dort stehen nur Core, Premium und INTENSA. In den Unterlagen findet sich eine einzige Zahl, ohne Zulassungskosten, Versicherung und Händleroptionen.
Und jetzt die schlechte Nachricht für alle, die schon zum Taschenrechner greifen: Das Wort Sport im Namen hat mit dem Motor nichts zu tun. Unter der Haube arbeitet derselbe 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 48-Volt-Hybridsystem — 145 PS und 230 Nm. Genau so viel wie im gewöhnlichen Junior Ibrida Core und Premium. Keine einzige zusätzliche PS.
Im Datenblatt steht Folgendes: 1.199 „Kubik“, 100 kW bei 5.500 Touren und 230 Nm ab 1.750 Touren, dazu ein Elektromotor ZA03 mit 16 kW und 51 Nm, gespeist von einer Lithium-Ionen-Batterie mit 43,8 Volt. Dahinter ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und Vorderradantrieb. Das Leergewicht beträgt 1.330 kg, der WLTC-Verbrauch 23,1 km pro Liter, der CO2-Ausstoß 101 g/km. Der Kofferraum fasst 415 Liter, der Wendekreisradius liegt bei 5,3 Metern.
Alle Unterschiede stecken in der Optik — und daran gibt es wenig auszusetzen. Der Sport Speciale bekommt ein glanzschwarzes Bodykit mit silbernen Einsätzen an Schwellern und Heckstoßfänger, eigene Plaketten und 18-Zoll-Räder Foli auf Reifen der Größe 215/55 R18, matt beschichtet, damit Schmutz nicht haftet. Der normale Premium rollt auf anderen 18-Zöllern namens Petali. Das Foli-Design zeigt ein Kleeblattmotiv — eine direkte Anspielung auf den 33 Stradale, jenen Supersportwagen, der 2023 in exakt 33 Exemplaren gebaut wurde.
Der Kühlergrill dagegen ist der gewöhnlichste von allen. Der Sport Speciale trägt den serienmäßigen Legenda, dasselbe Teil wie Core und Premium. Der filigrane Progresso, mit dem der vorjährige Speciale und der INTENSA vom Januar glänzten, bleibt der teuersten Version der Baureihe verwehrt. Darüber lässt sich trefflich streiten.
Im Innenraum liegt Alcantara auf Sitzen, Lenkrad, Armaturenbrett und Mittelkonsole. Weiße Einsätze und weiße Nähte lockern das Schwarz auf, die Zierleiste trägt ein Sport-Speciale-Logo. Zur Sonderausstattung gehören außerdem Schaltwippen. Die Sportpedale aus Aluminium sind dagegen kein Alleinstellungsmerkmal — die bekommt auch der normale Premium. 50 Autos werden rot lackiert, je 45 grau und weiß.
Weiß ist hier ein Kapitel für sich: Sempione White kehrt zum ersten Mal seit dem Edizione Bianco vom Februar in den Junior zurück. Der japanische Junior lebt ohnehin am Fließband der Sondermodelle — 180 INTENSA im Januar, mit denselben Foli-Rädern, nur vergoldet, 120 Edizione Bianco im Februar, 80 Avorio Classico im Mai und jetzt 140 Sport Speciale.
Die Version selbst ist keine japanische Erfindung. In Europa tauchte der Sport Speciale schon im Herbst 2025 auf, als Teil des Modelljahrgangs 2026, und die Auswahl ist dort deutlich größer: Neben dem Fronttriebler-Hybrid gibt es den allradgetriebenen Q4 und eine Elektroversion mit 156 PS. Japan bekommt nur den Vorderradantrieb.
Das Sondermodell wurde für den japanischen Markt gebaut und wird ausschließlich über die dortigen Vertragshändler verkauft. Außerhalb Japans braucht man darauf nicht zu warten.
Zuvor hieß es, Alfa Romeo habe einen neuen Kompaktwagen im Geiste von 147 und Giulietta bestätigt.