Für ein neues Modell braucht ein Hersteller normalerweise Jahre. Audi brauchte 405 Tage — genau so viel liegt zwischen der ersten Skizze des Supersportlers Nuvolari und einem Prototyp, der aus eigener Kraft fahren konnte. Eine Einschränkung gehört dazu: Das ist nicht der komplette Zeitplan bis zum Serienauto. Der gezeigte Wagen gilt offiziell als seriennaher Prototyp, die Erprobung läuft weiter.
Für das Projekt wurde ein eigenes Team zusammengestellt — Designer, Antriebsspezialisten, Aerodynamiker und Fahrwerksingenieure an einem Strang. Und es wurde über ganz Europa verteilt. In Neckarsulm setzte man die Karosserie auf Diät, in Ingolstadt schliff man die Aerodynamik, in Südspanien stimmte man das Fahrwerk ab, in Lappland fror der Wagen, und die Höchstgeschwindigkeit stand auf dem Testgelände in Nardò an.
Danach übernahmen die Fahrer des Audi-Werksteams aus der Formel 1. Gabriel Bortoleto scheuchte den Nuvolari über Nardò, Nico Hülkenberg arbeitete auf dem Prüfgelände in Neustadt an der Donau. Die öffentliche Premiere fand am 4. Juni 2026 in Antibes statt, danach drehte der Supersportler seine Runden auf dem Grand-Prix-Kurs von Monaco.
Jetzt die Zahlen, um die es die ganze Zeit ging. Der Hybridantrieb leistet 736 kW, das sind 1001 PS. Darin stecken ein Vierliter-V8 mit zwei Turbos und drei Elektromotoren. Auf 100 km/h geht es in 2,6 Sekunden. Auf 200 km/h in 6,8. Die Höchstgeschwindigkeit liegt über 350 km/h.
Die Batterie überrascht dagegen in die andere Richtung: gerade einmal 7,3 kWh. Für einen Plug-in-Hybrid ist das wenig, und genau so gewollt. Sie stützt den Antrieb, statt den Besitzer ohne Benzin durch die Gegend zu fahren. Wobei es auf die Perspektive ankommt — den V8 teilt sich der Nuvolari mit dem Lamborghini Temerario, doch der Italiener kommt mit 3,8 kWh aus.
Der Nuvolari wird das erste Serienmodell von Audi nach der neuen Designphilosophie und der erste Supersportler der Marke mit Hochleistungshybrid. Die Auflage ist auf 499 Exemplare begrenzt, und dabei bleibt es. Die europäischen Bestellbücher sollen Ende 2026 öffnen, die Auslieferung ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant. Offiziell genannt wurde der Preis noch nicht, bei der Premiere sprach das britische evo aber von einem Einstieg um 500.000 Pfund, GTspirit nannte rund 600.000 Euro.
Eine Trophäe steht schon im Schrank. Der Nuvolari wurde bei den britischen CAR Genius Awards zum Design of the Year gekürt.
Zuvor hatten Experten die SUV Audi Q5 und Q7 verglichen.