Dieser 900-PS-Pickup hat ein Nutzlastproblem, das niemand kommen sah

Dieser 900-PS-Pickup hat ein Nutzlastproblem, das niemand kommen sah
cheryinternational.com
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der Jetour Zongheng F700 verbindet einen brutalen Hybridantrieb mit 900 mm Wattiefe – und einer Nutzlast, die kaum 220 kg erreicht. Alle Details im Überblick.

Niemand hätte erwartet, dass ein 900-PS-Pickup bei Gewicht so zimperlich sein könnte – aber der Reihe nach. Chery hat den Verkauf des Leiterrahmen-Pickups Jetour Zongheng F700 in China gestartet, zu Preisen zwischen 299.900 und 339.900 Yuan. Der Einstiegspreis liegt 65.000 Yuan unter dem zuvor angekündigten Vorbestellungspreis der Player-One-Version, allerdings unterscheidet sich die Ausstattung.

Das Herzstück ist das Hybridsystem Kunpeng Super Energy Hybrid CDM-O: ein 2,0-Liter-Turbomotor, zwei Elektromotoren und ein zweistufiges DHT-Getriebe. Die Systemleistung erreicht zusammen 665 kW und 1.135 Nm. In der internationalen Pressemitteilung sind das 892 PS, nach der in Russland üblichen Umrechnung ergeben sich jedoch 904 „Pferde". Der Sprint auf 100 km/h dauert nur fünf Sekunden – nicht schlecht für ein Fahrzeug, das aussieht wie ein kampfbereiter Geländewagen.

Jetour F700
© cheryinternational.com

Die Batterie stammt von CATL, ihre Kapazität wurde beim Marktstart jedoch nicht genannt. Die rein elektrische Reichweite liegt bei 150 km nach CLTC-Zyklus, die Gesamtreichweite bei angegebenen 1.300 km. Bei entladener Batterie liegt der Verbrauch nach WLTC bei 7,95 l/100 km. Für den F700 wurde zuvor außerdem eine 800-Volt-Architektur sowie ein Ladevorgang von 20 auf 80 % in nur zehn Minuten versprochen – sollte sich das in der Praxis bestätigen, dürfte das der Konkurrenz Sorgen bereiten.

Die Abmessungen sind beeindruckend: 5.495 mm Länge, 2.050 mm Breite, 1.985 mm Höhe bei einem Radstand von 3.350 mm. Der Laderaum bietet 1.300 Liter Volumen. Der Pickup kann Anhänger bis 3,5 Tonnen ziehen, verfügt über eine Anhängersteckdose, einen intelligenten Anhängermodus und ein externes 220-V-Stromversorgungssystem mit bis zu 20 kW Leistung – im Grunde ein mobiles Kraftwerk auf Rädern.

Und jetzt kommt das Detail, das das ganze Bild kippen lässt. Zertifizierungsunterlagen, die bereits vor dem Marktstart veröffentlicht wurden, weisen je nach Version eine Nutzlast von nur 181 bis 223 kg aus. Für einen fünf Meter langen Pickup ist das ungewöhnlich wenig. Der F700 scheint also weniger als Arbeitstier für eine Tonne Ladung im Bett konzipiert zu sein, sondern eher für Passagiere, einen schweren Anhänger und Campingausrüstung. Die endgültigen Werte der drei Serienausstattungen müssen noch separat geprüft werden.

Beim Geländeeinsatz wird es dagegen ernst: Leiterrahmen, Allradsystem XWD-S, vordere und hintere Differenzialsperren sowie eine Mittensperre. Die Wattiefe erreicht 900 mm bei Schutzklasse IP68. Der Böschungswinkel vorne liegt bei 32 Grad, hinten bei 15 Grad, der maximale Steigwinkel bei stolzen 45 Grad.

Im Innenraum gibt es Displays mit 35,4 und 15,6 Zoll, einen Qualcomm-Snapdragon-8255-Prozessor und das System Zongheng OS. Physische Tasten sind glücklicherweise erhalten geblieben. Die Vordersitze verfügen über Massagefunktion, Sitzheizung und -belüftung gibt es in beiden Reihen. Zur Ausstattung gehören außerdem das Assistenzsystem Falcon 500, automatisches Einparken und eine 540-Grad-Rundumsicht.

Für Märkte außerhalb Chinas wurde der Jetour F700 bislang nicht offiziell angekündigt; eine Version mit Linkslenkung wird für später erwartet.

Aktuelle Beiträge