Eine einzige Zahl verändert alles: Der Sprung von 274 auf über 320 km/h Höchstgeschwindigkeit erhöht die geschätzte aerodynamische Last um rund 38 Prozent. Deshalb ist der Hennessey Maximus eigentlich keine reine Leistungsgeschichte mehr – es ist ein Kampf gegen den Luftwiderstand. Der 1.032-PS-Ram braucht eine überarbeitete Karosserie, nur um Geschwindigkeiten zu überstehen, für die der serienmäßige Rumble Bee SRT nie ausgelegt war.
Der Werks-Ram 1500 Rumble Bee SRT setzt auf einen kompressoraufgeladenen 6,2-Liter-HEMI-V8 mit 777 PS und 922 Nm Drehmoment. Ram gibt 0 auf 60 mph in 3,4 Sekunden an, die Viertelmeile in 11,6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 mph – rund 274 km/h.
Hennesseys Maximus-Programm treibt das auf 1.032 PS und 1.284 Nm – fast 33 Prozent mehr als das Werks-SRT. Dafür kommen ein größerer 2,8-Liter-Kompressor, ein vergrößerter Ansaugtrakt und ein leistungsfähigerer Ladeluftkühler zum Einsatz.
Die angepeilten Fahrleistungen liegen bei rund 3,0 Sekunden auf 97 km/h und 10,9 Sekunden für die Viertelmeile – 0,7 Sekunden schneller als der Werks-Rumble Bee SRT. Noch handelt es sich um berechnete Werte, nicht um Ergebnisse unabhängiger Tests.
Der auffälligste Teil des Umbaus sitzt außen. Der Maximus bekommt einen Frontsplitter, seitliche Venom-Aero-Schweller, einen großen Heckflügel und eine ausfahrbare Laderaumabdeckung. Der Flügel ist gezielt abnehmbar – für Höchstgeschwindigkeitsversuche.
Ram selbst liefert den Grund dafür gleich mit. Bei 170 mph wirken laut Hersteller mehr als 1.000 Pfund Luftwiderstand auf die Front eines Serien-Rumble-Bee, während das Werks-Aeropaket nur 192 Pfund Abtrieb erzeugt. Steigt die Geschwindigkeit von 170 auf 200 mph, wächst der dynamische Druck bei gleichbleibender Aerodynamik um etwa das 1,38-Fache. Deshalb verlangt die 320-km/h-Marke von Hennessey nicht nur Arbeit am Motor, sondern auch an der Karosseriestabilität.
Es gibt auch einen historischen Bezugspunkt. Ram selbst vergleicht den neuen Rumble Bee SRT mit dem Dodge Ram SRT-10 von 2006: 777 gegen 500 PS, 3,4 gegen 4,9 Sekunden auf 60 mph, 170 gegen 154 mph Höchstgeschwindigkeit. Damals war das ein Rekord. Der Maximus soll den nächsten Sprung schaffen – über die 200-mph-Marke hinaus.
Hennessey zeigt den Vorserienwagen am 8. August bei den Roadkill Nights in Michigan – die Veranstalter haben den Termin bestätigt. Der Marktstart des Maximus ist laut den vorliegenden Angaben für das erste Quartal 2027 geplant.
Bis zum Serienstart bleiben drei Zahlen offen, die über Hennesseys Ankündigungen entscheiden: die tatsächlich gemessene Höchstgeschwindigkeit, die endgültigen Fahrleistungen und der Preis. Kosten und Stückzahl des Maximus sind noch nicht bekannt.