Das Auto fährt allein zur Ladesäule — und steckt sich selbst ein

Das Auto fährt allein zur Ladesäule — und steckt sich selbst ein
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Huawei hat ein Konzept gezeigt, bei dem das Auto selbstständig zur Ladestation fährt, einparkt und ein Roboterarm den Stecker einsteckt — ganz ohne Fahrer. Einen Starttermin nennt Huawei bislang nicht.

Kein Kabel mehr in der Hand, kein Warten an der Ladesäule — Huawei zeigt ein Szenario, in dem statt des Fahrers ein Roboter übernimmt. Das Auto findet selbstständig eine freie Ladestation, parkt dort ein, und ein Roboterarm steckt den Stecker ein und wieder aus, ohne dass ein Mensch etwas anfassen muss.

Ein Auto deswegen kaufen sollte man trotzdem noch nicht: Huawei betont ausdrücklich, dass die Demonstration kein Versprechen für einen baldigen kommerziellen Start ist. Im Szenario beginnt alles mit einem Befehl in der App Huawei Qiankun. Anschließend plant das ADS-System die Route auf dem Parkplatz, das Auto besetzt selbst den freien Platz und öffnet seine Ladeklappe. Ein Mechanismus mit Kamera findet den Stecker, positioniert sich und schließt ihn an — ganz ohne menschliches Zutun.

Während des Ladens gehen Batteriestatus und die voraussichtliche Endzeit direkt aufs Smartphone des Besitzers, auch die Bezahlung soll automatisch ablaufen. Ist der Ladevorgang beendet, trennt sich das Auto von der Station und fährt selbstständig zu dem Ort, den der Besitzer festgelegt hat. Die Idee ist nicht neu: Bereits am 23. April hatte Huawei das „Laden nach Termin“ in sein Konzept eines „10-Minuten-Qiankun-Lebenskreises“ aufgenommen.

Auf der offiziellen ADS-Seite beschreibt Huawei bereits ein ähnliches Szenario: Das Auto findet einen Ladeplatz, senkt eine Parksperre ab, öffnet die Ladeklappe, verbindet sich selbst und fährt nach dem Laden weiter. Doch hier zieht Huawei eine klare Grenze: Das aktuelle ADS bleibt ein Fahrassistenzsystem, kein vollständig autonomes Fahrsystem.

Das Unternehmen macht klar: Nicht jedes Fahrzeug unterstützt die gezeigten Funktionen, ein Teil davon könnte erst mit künftigen OTA-Updates kommen, und Fahrer der Serienversion von ADS müssen jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug behalten. Das Potenzial ist trotzdem groß: Zum 16. Juli meldete Huawei eine Zusammenarbeit mit mehr als 25 Marken und 50 Modellen, und die Zahl der Fahrzeuge mit Qiankun ADS hat die Marke von 1,9 Millionen überschritten.

Sollte sich ein solcher Dienst tatsächlich durchsetzen, wäre nicht der Roboter mit der Ladepistole die eigentliche Neuigkeit. Entscheidend wäre, dass ein Elektroauto die Ladestation von selbst wieder freigeben kann, ohne dass der Besitzer zurückkommen muss — und das ändert das bekannte Problem der belegten Ladeplätze grundlegend.

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