Die 2000-km-Batterie von BYD, über die alle reden, gibt es so noch gar nicht

Die 2000-km-Batterie von BYD, über die alle reden, gibt es so noch gar nicht
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

BYD veröffentlichte am 28. Juli 2026 das Patent CN122474592A für eine Kathode mit zwei Elektrolyten, doch die versprochene Reichweite von 2000 km bleibt ohne Fahrzeug.

BYDs künftige Feststoffbatterie hat jetzt ein konkretes technisches Detail bekommen. Ein Elektroauto mit 2000 km Reichweite gibt es deswegen noch lange nicht. Am 28. Juli 2026 wurde die Patentanmeldung CN122474592A veröffentlicht: Ihre Kathode kombiniert Halogenid- und Sulfid-Elektrolyte mit unterschiedlicher Partikelgröße. Das Ziel ist klar — den Kontakt der festen Komponenten verbessern und jene Nebenreaktionen verringern, die Lebensdauer und hohe Stromabgabe der Zelle beeinträchtigen.

Zeitpläne hat BYD durchaus. Sun Huajun, technischer Leiter der Batteriesparte des Unternehmens, sprach zuvor von einem demonstrativen Einsatz vollständiger Feststoffbatterien etwa ab 2027. Der Übergang zu großen Stückzahlen wird um oder nach 2030 erwartet. 2026 bezeichnete auch BYDs Chefwissenschaftler Lian Yubo die Technologie als in einer kritischen Entwicklungsphase befindlich und nannte Fertigungskomplexität, Kosten und Ausbeute als Hindernisse.

Genau daran scheitert die Zahl 2000 km. Die Energiedichte einer Zelle entspricht nicht direkt der Reichweite eines Fahrzeugs. Selbst bei einem deutlichen Anstieg könnte ein Hersteller den Gewinn nicht in eine verdoppelte Reichweite stecken, sondern in eine kleinere, leichtere Batterie. Das Ergebnis hängt außerdem von der Kapazität des jeweiligen Packs, der Aerodynamik, dem Energieverbrauch, der Temperatur und dem Messzyklus ab. Im Patent CN122474592A selbst steht überhaupt nichts von 2000 km.

Bezeichnend ist auch, worauf BYD kommerziell aktuell setzt. Im März 2026 stellte das Unternehmen die zweite Generation seiner gewöhnlichen Blade Battery mit Flüssigelektrolyt und dem FLASH-Charging-System vor: offiziell angegeben werden 10 auf 70 % in fünf Minuten und bis zu 97 % in neun Minuten. Genau diese Technologie ist bereits für reale Fahrzeuge bestimmt, während die Feststoffchemie der nächste Schritt bleibt — vorerst nur auf dem Papier.

Das eigentlich wichtige Datum ist deshalb 2027. Bringt BYD tatsächlich Demonstrationsfahrzeuge mit sulfidischen Feststoffzellen auf die Straße, lässt sich erstmals ihre tatsächliche Kapazität, Masse, Ladegeschwindigkeit und ihr Verbrauch bewerten. Erst dann bekommt die Rede von einer vierstelligen Reichweite eine messbare automobile Grundlage. Vorher nicht.

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