300 PS, 80 bis 100 km rein elektrische Reichweite und ein Preis von 5,8 bis 7 Millionen Yen. Plötzlich kursieren sehr konkrete Zahlen zum gerüchteweisen Mitsubishi Delica D:6. Fast zu konkret, um jetzt schon zu stimmen: APOLLO NEWS SERVICE selbst bezeichnet die Angaben als Prognose. Mitsubishi hat weder den D:6 noch diesen Antrieb noch einen Preis offiziell angekündigt.
Ganz aus der Luft gegriffen ist das Szenario trotzdem nicht. Schon 2023 zeigte Mitsubishi das D Concept — eine Ansage, wohin sich die Delica-Familie entwickeln könnte. Plug-in-Hybrid, elektrischer Allradantrieb, das markeneigene System S-AWC. Aber das war ein Concept Car. Als Serien-D:6 hat Mitsubishi es nie bezeichnet, Leistung oder Reichweite des künftigen Vans wurden nie genannt.
Den Prognosen zufolge soll der aktuelle 2,2-Liter-Turbodiesel verschwinden. An seine Stelle tritt demnach ein 2,4-Liter-Benziner in Kombination mit zwei Elektromotoren. Erwartet werden zudem ein längerer Radstand und die Fortführung der für die Delica typischen kantigen Karosserieform — die ist so prägend, dass ein radikaler Bruch eher unwahrscheinlich erscheint.
Beim Zeitpunkt des Generationswechsels lohnt sich ebenfalls Vorsicht. Die aktuelle Delica D:5 wurde gerade erst grundlegend überarbeitet: Das offizielle japanische Angebot besteht weiterhin aus Diesel-Allradmodellen mit 12,9 l/100 km nach WLTC und Preisen von 4,51 bis 4,94 Millionen Yen. Der prognostizierte D:6 läge damit am oberen Ende etwa 2 Millionen Yen über dem aktuellen Basis-Van. Ein deutlicher Sprung.
Auch die japanischen Quellen selbst sind sich uneinig. Response rechnete bereits im Februar mit einem Debut der nächsten Generation im Herbst 2027 und hielt neben dem PHEV auch eine rein elektrische Variante für möglich. Aktuellere Berichte von Goo-net nennen dagegen 2028 und lassen dem Diesel neben dem Plug-in-Hybrid weiterhin eine Chance. Weder der Abschied vom Diesel noch das genaue Startjahr sind damit gesicherte Fakten — sondern zwei konkurrierende Versionen desselben Gerüchts.
Die aktuelle Delica wartet unterdessen nicht tätenlos auf ihre Nachfolgerin. Auf ihrer Basis entstand bereits der Camper D mit Aufstelldach und vier Schlafplätzen. Und sollte Mitsubishi tatsächlich Outlander-Technik in den Van übertragen, steht die Basis dafür längst bereit: Der Outlander PHEV bleibt eines der wichtigsten Modelle der Marke auf dem Heimatmarkt.
Die entscheidende Frage beim D:6 ist derzeit also nicht, ob das prognostizierte Rendering dem späteren Auto ähnelt. Sondern wann sich Mitsubishi endlich äußert. Erst eine offizielle Ankündigung mit Modellnamen und bestätigten Antrieben macht aus 300 PS, 80 bis 100 km und 5,8 bis 7 Millionen Yen echte technische Daten — statt japanischer Medienspekulation.