Fords nächster europäischer Crossover hat bereits ein Werk, Rivalen und sogar eine grobe Form. Was fehlt — offiziell — ist der Name. Experten bringen ihn immer wieder mit dem Focus in Verbindung. Ford selbst spricht bislang nur von einem neuen Multi-Energy-Crossover und nennt dieses eine Wort nirgends.
Der Unterschied ist entscheidend. Im Juli einigten sich Ford und Geely offiziell darauf, gemeinsam einen neuen Familien-Crossover für Europa zu entwickeln. Die Produktion in Valencia soll 2028 starten. Im selben Werk läuft weiterhin der Kuga vom Band, dazu kommen ein kompakter Bronco und zwei Elektro-SUV von Geely. Auch die Struktur des Joint Ventures haben die Partner offengelegt — 66% für Ford, 34% für Geely. Nur welche Plattform der künftige Ford bekommt, haben die Unternehmen nicht verraten.
Genau dieses Schweigen macht die Focus-Theorie plausibel. Plausibel — nicht bestätigt. Bereits im Mai hatte Ford fünf komplett neue Modelle für Europa bis Ende 2029 angekündigt: zwei kleine Elektroautos, einen Bronco und zwei Multi-Energy-Crossover im Rallye-Look. Zwei unbenannte Crossover sind bereits Teil dieses Plans — und genau in einem davon sieht Auto Express einen möglichen Nachfolger des Focus.
Auch das Format selbst würde sich radikal ändern. Der letzte klassische Focus lief im November 2025 vom Band. Sollte der Name zurückkehren, wäre er kein Golf-Konkurrent mehr — stattdessen brächte Ford ein höheres Fahrzeug der C-Klasse, das sich an Volkswagen T-Roc, Nissan Qashqai, Toyota C-HR und CUPRA Formentor richtet. Auto Express bringt einen Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder anderen elektrifizierten Antrieb ins Spiel, bestätigt ist aber noch nichts.
Vorsicht ist auch bei der Zahl von 500.000 Fahrzeugen geboten — das ist lediglich die potenzielle Jahreskapazität, die Ford für das Werk in Valencia nennt. Es ist eine Möglichkeit, kein Versprechen: Ford hat nicht erklärt, dass die neuen Modelle diese Zahl automatisch erreichen werden, und die tatsächlichen Produktionsvolumen der künftigen Modelle sind noch nicht bekannt.
Die Partnerschaft mit Geely ist inzwischen jedenfalls kein Gerücht mehr. Schon im Frühjahr war von einer lokalen Fertigung chinesischer Modelle im Ford-Werk die Rede, als Kandidat galt der kompakte Geely E2. Jetzt ist das Joint Venture offiziell, und der erste gemeinsam entwickelte Ford soll 2028 kommen. Offen bleibt nur das eine Wort, das aus dieser Geschichte erst die große Schlagzeile machen würde.