50.000 Yuan. Mehr braucht es tatsächlich nicht, um von 409 auf 955 PS zu springen. Das Basismodell des Avatr 07L mit Heckantrieb leistet 409 PS, die Topversion mit drei Motoren kommt auf 955 PS, und die Preisdifferenz zwischen beiden liegt bei umgerechnet rund 6.900 Euro. Man würde erwarten, dass ein solcher Leistungssprung deutlich mehr kostet. Einen Haken gibt es trotzdem — nur eben keinen finanziellen: Die CLTC-Reichweite schrumpft von 725 auf 650 km, ein Minus von 75 km für das Privileg, kräftiger aufs Gas zu treten.
Wie CarNewsChina berichtet, ist der Avatr 07L nach den im Juli gestarteten Vorbestellungen offiziell auf den chinesischen Markt gekommen. Laut veröffentlichter Preisliste startet die Ausstattung Elite bei 229.900 Yuan, Max+ bei 249.900 Yuan, und die Dreimotoren-Topversion ist mit 279.900 Yuan ausgezeichnet. Für einzelne Versionen gelten befristete Rabatte — die Spitzenausstattung wird derzeit für 269.900 Yuan angeboten. Vor der offiziellen Premiere waren nur die Versionen für 249.900 und 279.900 Yuan bestätigt.
Der heckgetriebene 07L leistet 305 kW (eben jene 409 PS) und beschleunigt in 5,9 Sekunden auf 100 km/h. Die Topversion ist ein völlig anderes Kaliber: vorne ein Motor mit 210 kW, hinten gleich zwei Aggregate mit je 251 kW. In Summe ergeben sich 712 kW — 955 PS — bei 996 Nm Drehmoment, der Sprint auf 100 km/h dauert nur noch 3,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Versionen identisch: 200 km/h — wohl der einzige Wert, bei dem sie sich einig sind.

Die 89,33 kWh große CATL-Batterie ist bei beiden Versionen identisch. Eine 800-Volt-Architektur und 5C-Ladetechnik ermöglichen eine Ladung von 30 auf 80 % in unter 10 Minuten. Bereits zur Vorbestellphase hatte der Hersteller nicht nur die Batterie bestätigt, sondern auch Huaweis Qiankun ADS 5, ein neues HarmonyOS-Cockpit und einen 896-Kanal-Lidar — alles serienmäßig, ohne Aufpreis.
Der 07L ist spürbar größer als der reguläre 07: 4.910 mm lang, 1.980 mm breit, 1.650 mm hoch, mit 2.990 mm Radstand. Der Kofferraum fasst 735 Liter, nach Umklappen der zweiten Sitzreihe sogar 1.645 Liter, dazu kommt ein 100-Liter-Frunk vorne.
Im Innenraum gibt es ein 35,4-Zoll-Panorama-Kombiinstrument und einen 15,6-Zoll-Zentraldisplay. Die Rücksitzlehnen lassen sich elektrisch bis 130 Grad verstellen, der Beifahrer bekommt einen „Zero-Gravity“-Modus, und die Huawei-Anlage kann mit bis zu 25 Lautsprechern bestückt werden — quasi ein Kino auf Rädern.
Die aussagekräftigste Zahl der gesamten chinesischen Preisliste ist der Aufpreis von 50.000 Yuan zwischen den beiden Extremen. Dafür bekommen Käufer 546 PS mehr, Allradantrieb und einen um 2,2 Sekunden schnelleren Sprint auf 100 km/h — im Gegenzug büßen sie nur rund 10 % der angegebenen Reichweite ein. Das zählt beim 07L mehr als die 955-PS-Marke selbst: Avatr hat seine extremste Version preislich unangenehm nah an das Basismodell herangerückt — und jetzt ist nicht mehr die Frage, ob man sich die schnelle Version leisten kann, sondern warum man sich überhaupt noch für die langsame entscheiden sollte.