Gordon Murray hüllt sich wieder in Schweigen — und beherrscht das meisterhaft. Am 14. August zeigt das Unternehmen einen neuen Supersportwagen, doch bislang gibt es nur ein düsteres Teaserbild vor der Monterey Car Week. Keine Zahlen, kein Name. Nur eine Silhouette.
Auf dem Bild sind eine niedrige, breite Karosserie, ein Dachlufteinlass, NACA-Kanäle und ein fast flaches Heck ohne sichtbaren Flügel zu erkennen. Genau der fehlende Flügel verrät es: Mehrere Quellen sind sich einig, dass es sich um eine „flügellose“ Version des bereits existierenden S1 LM handelt — eine straßentauglichere, weniger aggressive Variante. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht, doch die Übereinstimmungen sind zu zahlreich, um Zufall zu sein. Die Quail ist offiziell für den 14. August 2026 angesetzt, die Enthüllung übernehmen Gordon Murray selbst und der dreifache „Indianapolis-500“-Sieger Dario Franchitti.
Die Verbindung zum McLaren F1 besteht bislang vor allem auf der Ebene des Designers und optischer Assoziationen. Gordon Murray schuf den ursprünglichen F1, dessen 6,1-Liter-Motor S70/2 von BMW Motorsport 627 PS bei 7.500 U/min leistete; ein Fahrzeug mit diesem V12 gewann 1995 die „24 Stunden von Le Mans“. BMW M selbst erzählt diese Geschichte ausführlich. Es gibt derzeit keinen Grund anzunehmen, dass der BMW-Motor im neuen GMSV-Projekt zum Einsatz kommt — das ist eine andere Ära.
Ein näherer Anhaltspunkt sind Murrays eigene Projekte der letzten Jahre, und der Preis dazu ist alles andere als abstrakt. Eines von nur fünf S1-LM-Exemplaren wurde kürzlich bei einer Auktion für rekordverdächtige 20,6 Millionen Dollar versteigert — das beste Ergebnis, das je für einen modernen Supersportwagen erzielt wurde. GMSV baut offiziell Einzelstücke, extrem limitierte Serien und Sondermodelle, eine Reihe, die getrennt vom regulären GMA-Programm existiert. Im Juli fuhr der Le Mans GTR erstmals auf einer öffentlichen Strecke: Die Serie ist auf 24 Exemplare begrenzt, gesetzt wird auf einen Saugmotor-V12 von Cosworth, Hinterradantrieb und Schaltgetriebe.
Ein weiterer aktueller Bezugspunkt ist der T.50s Niki Lauda, der bereits vom Prototyp zum Kundenfahrzeug geworden ist. Sein 3,9-Liter-V12 dreht bis 12.100 U/min, doch selbst diese Zahl lässt sich nicht zur Vorhersage des neuen Modells nutzen: GMSV realisiert sowohl eigene Sonderkonstruktionen als auch Projekte auf bestehenden Architekturen.
Bis zur Enthüllung ist es daher sinnvoll, vier Dinge außen vor zu lassen: den Namen des Autos, den Motor, die Stückzahl und den Preis. Sollte der Teaser tatsächlich die Ideen des McLaren F1 oder des S1 LM fortführen, wird sich das am 14. August zeigen — bis dahin bleibt die Ähnlichkeit eine Interpretation des Bildes, keine Herstellerangabe.