Nur $600 trennen den Basis-Jeep Grand Cherokee 2027 vom aktuellen Modell 2026 — auf dem Papier ein kleiner Unterschied. Doch hinter diesem moderaten Anstieg der UVP ($39.520 gegenüber $38.920, rund 1,5 % mehr) steckt eine deutlich größere Neuordnung der Modellreihe. Mit der obligatorischen Frachtgebühr von $1.995 startet der neue Grand Cherokee bei $41.515. Bestellungen sind in den USA bereits möglich, die Auslieferung an Händler soll Ende 2026 beginnen.
Und genau hier wird es spannend. Jeep ergänzt die Palette um die neue Ausstattung Laredo Upland für $49.990 — mit einer klugen Rechnung dahinter. Geländereifen 265/60 R18, Felgen im Trailhawk-Stil, eine überarbeitete Frontschürze mit Abschleppösen, ein karosseriefarbenes Dach und die Innenausstattung Capri aus Kunstleder und Wildlederimitat — von außen sieht das fast wie ein echter Geländewagen aus. Dabei ist der Upland satte $5.005 günstiger als ein vollwertiger Trailhawk. Den robusten Look haben, ohne für das Original zu bezahlen? Bitte sehr.
Beim echten Geländeeinsatz kennt Jeep dagegen keinen Spaß. Der Trailhawk kostet $54.995 — und hier zahlt man den Aufpreis nicht für die Optik, sondern für echte Technik. Der 2,0-Liter-Hurricane-4-Turbo leistet 324 PS und rund 450 Nm Drehmoment, gekoppelt an eine 8-Gang-Automatik, dazu gehört ein Geländepaket mit Quadra-Trac II, Geländeuntersetzung, Luftfederung Quadra-Lift und elektronisch sperrbarem Hinterachsdifferenzial. Die Bodenfreiheit erreicht 290 mm (11,4 Zoll), die maximale Anhängelast liegt bei rund 2.812 kg (6.200 Pfund). Eine ernstzunehmende Ansage.
Die Motorenpalette ist dabei klar und kompromisslos aufgeteilt. Laredo und Laredo X behalten den atmosphärischen 3,6-Liter-V6, ab dem Laredo Altitude wird der 2,0-Liter-Hurricane zur Serienausstattung. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Eine Rückkehr des alten Hemi-V8 ist nicht zu erwarten. Sein Einbau würde einen Eingriff in die vordere Karosseriestruktur erfordern — Jeep hat sich klar für einen anderen Weg entschieden und wird ihn auch nicht mehr verlassen.
Die teuerste der bisher bekannten Varianten ist der Overland für $57.895. Der Abstand zum Trailhawk beträgt nur $2.900: Der Overland verschiebt den Fokus von maximaler Geländetauglichkeit hin zu hochwertigerer Ausstattung und Komfort. Sowohl Trailhawk als auch Overland kommen später als die übrigen Ausstattungen auf den Markt.
Auch am unteren Ende der Modellpalette tut sich etwas. Laredo und Laredo X erhalten statt des bisherigen 8,4-Zoll-Touchscreens ein 10,1-Zoll-Display, der Limited bekommt eine kabellose Ladestation und einen Regensensor. In Europa sieht die Geschichte dagegen anders aus: Dort verliert der Grand Cherokee bereits an Boden gegenüber kompakteren und stärker elektrifizierten Modellen — die US-Preise und Ausstattungen lassen sich also nicht einfach auf andere Märkte übertragen.
Die spannendste Grenze verläuft dennoch zwischen Upland und Trailhawk. Der Upland liefert den robusten Look und A/T-Reifen für unter $50.000. Der Trailhawk verlangt rund 10 % mehr — dafür gibt es dort aber auch das vollwertige Geländegetriebe, die Luftfederung und 290 mm Bodenfreiheit. Die Wahl liegt, wie man so schön sagt, bei Ihnen.