Japans Van-König hat plötzlich einen Herausforderer aus Italien

Japans Van-König hat plötzlich einen Herausforderer aus Italien
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Pavel Pavlov
Autor: Pavel Pavlov

Jahrzehntelang hatte der Toyota Hiace in Japan freie Bahn. Jetzt taucht der Fiat Scudo auf, und die Maße sprechen bereits für ihn.

Der Toyota Hiace fühlt sich seit Jahrzehnten in Japan wie zu Hause — ohne einen echten Rivalen unter den Mid-Size-Transportern. Diese Ära scheint sich dem Ende zuzuneigen. Fiat Professional bereitet einen Vorstoß in diesen Markt vor: Der Transporter Scudo feierte auf der Japan Truck Show 2026 sein offizielles Japan-Debüt, und Stellantis plant die Auslieferung für 2027. Die genaue Spezifikation für den japanischen Markt hält das Unternehmen noch unter Verschluss.

Auf der Messe stand ein rechtsgesteuerter, sechssitziger Scudo Crew Cab in britischer Ausstattung. Er misst rund 4.980 mm in der Länge, 1.925 mm in der Breite und 1.905 mm in der Höhe — damit positioniert er sich zwischen dem kompakten Fiat Doblò und dem deutlich größeren Ducato.

Und hier kommt der erste Überraschungsmoment: Der Vergleich mit dem Toyota Hiace fällt unerwartet aus. Der japanische Hiace Van mit breiter Karosserie und mittelhohem Dach misst 4.840 mm in der Länge, 1.880 mm in der Breite und 2.105 mm in der Höhe. Der Scudo ist also länger und breiter als der Japaner, dafür rund 200 mm niedriger. Der superlange Hiace erreicht sogar 5.380 mm Länge — hier kann Fiat noch nicht mithalten.

Dabei geht die europäische Scudo-Palette weit über das eine Messefahrzeug hinaus. Fiat bietet klassische Kastenwagen, den Crew Cab mit zweiter Sitzreihe und weitere Ausführungen an. Die Dieselmotoren kommen mit 1,5 und 2,0 Litern Hubraum, ein Teil der Zweiliter-Aggregate ist mit einem Achtgang-Automatikgetriebe kombiniert. Dazu gibt es den elektrischen E-Scudo.

Diese komplette Palette einfach auf das künftige Japan-Modell zu übertragen, wäre allerdings verfrüht — und das ist keine bloße Formalität. Laut japanischen Automedien hat Stellantis noch nicht festgelegt, welche genaue Spezifikation 2027 importiert wird. Diesel und 8-Gang-Automatik für den japanischen Scudo bleiben also eine Vermutung, keine Tatsache.

Für Fiat steht mehr auf dem Spiel als nur ein Modell — es geht um den Einstieg in ein kompakteres Segment. Der Ducato wird in Japan bereits verkauft, unter anderem als Basis für Wohnmobile, während der Scudo deutlich kleiner ausfällt und näher an die gewohnten lokalen Nutzfahrzeuge heranreicht. Wie ernst zu nehmen der Hiace-Rivale wirklich wird, zeigt sich erst nach Veröffentlichung der japanischen Preise, der Nutzlast und der Motorenpalette. Der Anspruch jedenfalls ist gestellt.

Zuvor wurde berichtet, dass Fiat 200 Einheiten des Topolino Vilebrequin mit neuer geschlossener Karosserie bauen wird.

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