Ein kleiner britischer Hersteller landet einen Deal, um den ihn Konzerne beneiden dürften

Ein kleiner britischer Hersteller landet einen Deal, um den ihn Konzerne beneiden dürften
wattelectricvehicles.com
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Watt Electric Vehicle Company errichtet mit JTA Katars erste E-Auto-Fabrik: ein Pkw und ein Lieferwagen ab 2028, entwickelt in Großbritannien auf der PACES-Plattform.

Der britische Hersteller Watt Electric Vehicle Company (WEVC), Gewinner des Autocar Innovation Award 2026, hat mit dem katarischen Investor JTA International Investment Holding eine Vereinbarung getroffen — und das wird Katars allererste Fabrik für Elektroautos. Wie Autocar berichtet, soll das neue Werk Anfang 2028 produktionsbereit sein.

Die ersten Modelle werden ein Pkw und ein mittelgroßer Lieferwagen im Stil des WEVC-Prototyps eCV1 sein. Die Anfangsproduktion liegt bei rund 5.000 Fahrzeugen pro Jahr — die Kapazität soll aber deutlich wachsen.

Das Engineering bleibt komplett britisch: WEVC übernimmt Design und Entwicklung aus neuen Räumlichkeiten, die das Unternehmen demnächst in den Midlands eröffnet, zusätzlich zu den bestehenden Standorten in Cornwall und Worcestershire. Gefertigt wird dagegen ausschließlich in Katar. Beiden Modellen liegt WEVCs modulare Aluminium-Architektur PACES zugrunde, die mit patentierten Strangpressprofilen und Verbindungselementen die Fertigungswerkzeuge stark vereinfacht und die Produktionskosten senkt. Im Rahmen der Partnerschaft werden die Fahrzeuge zudem an Golf-Bedingungen angepasst — hohe Temperaturen und strengere Anforderungen an die Batteriekühlung inklusive.

WEVC-Gründer und CEO Neil Yates verhehlt seine Ambitionen nicht: Der Katar-Deal werde die eigenen Pläne des Unternehmens für eine Fertigung in Großbritannien beschleunigen und sei der Vorbote ähnlicher Satellitenprojekte in den USA und Asien, so Yates. „Wir wollen Partner bei lokalen Fertigungsprojekten auf der ganzen Welt sein“, sagte er. „Unsere Art, Autos zu bauen, gilt als sehr effektiver Weg, um mit geopolitischen Herausforderungen wie steigenden Zollschranken umzugehen. Sie ist außerdem sehr kosteneffizient, weil sie nur einen geringen Kapitalaufwand erfordert.“

Über den Produktionsstart eines anderen Elektromodells auf einer eigenen Van-Plattform berichtete zuvor der Mercedes VLE. WEVC und JTA haben die Namen der künftigen Fahrzeuge, deren technische Daten und den genauen Standort des neuen Werks bisher nicht bekannt gegeben.

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