BYD unterbietet sein eigenes Preisziel – und die Zahlen erklären warum

BYD unterbietet sein eigenes Preisziel – und die Zahlen erklären warum
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der neue BYD Qin Max kam in China zu 99.900 Yuan auf den Markt – deutlich unter dem im Juli gehandelten Preis von 115.000 Yuan. Neun Versionen, bis zu 630 km Reichweite und Laden auf 97 % in neun Minuten.

BYD hat der gesamten Klasse gerade die Preisrechnung durcheinandergebracht. Der neue Qin Max startete in China bei 99.900 Yuan – umgerechnet rund 13.000 Euro – und das deutlich aggressiver, als der Markt noch vor einem Monat erwartet hatte. Im Juli kursierte bei Händlern noch ein Einstiegspreis von 115.000 Yuan für die Hybridversion. Am Ende kam es anders. Insgesamt stehen neun Versionen bereit: Der DM-i-Hybrid kostet 99.900–129.900 Yuan, die Elektroversion EV 109.900–143.900 Yuan. Die Topversion liegt bei umgerechnet rund 18.500 Euro.

Der Qin Max ist jetzt das größte Modell der Qin-Familie und positioniert sich oberhalb des Qin L. Bei einer Länge von 4.866 mm und einem Radstand von 2.820 mm fasst der Kofferraum 523 Liter, nach Umklappen der Sitze sogar bis zu 1.450 Liter. Behördendokumente bestätigten bereits vor dem Marktstart zwei Elektromotor-Leistungsstufen – 120 kW und 240 kW, also 163 und 326 PS – sowie einen Hybridantrieb mit 1,5-Liter-Saugmotor und einem 175 kW starken Elektromotor.

BYD Qin Max
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Das wichtigste technische Argument der EV-Version heißt Blade Battery der zweiten Generation kombiniert mit Flash Charging. Die Zahlen klingen fast unglaubwürdig: BYD verspricht eine Ladung von 10 auf 70 % in fünf Minuten und von 10 auf 97 % in neun Minuten. Andere Serienmodelle von BYD nutzen dieses neue Blade-System bereits. Der Qin Max EV bietet je nach Version 530 oder 630 km nach CLTC-Zyklus, die Topversion leistet 240 kW. Allein die Architektur garantiert aber noch keine fünf Minuten an jeder x-beliebigen Station – für die Bestwerte braucht es eine kompatible Ultra-Schnellladeinfrastruktur.

Bei der Technologie bleibt noch eine andere Frage offen, die sich erst am Serien-Qin Max klären wird. Bei einem unabhängigen Test eines anderen BYD-Modells mit Flash Charging wurde eine deutliche Erwärmung des Batteriegehäuses gemessen. Von einer Beschädigung des Akkus war damals nicht die Rede, ein gewisses Unbehagen blieb trotzdem. Wie sich der Akku der neuen Limousine bei regelmäßigem Ultra-Schnellladen langfristig verhält, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen.

Der Hybrid Qin Max DM-i kombiniert einen 1,5-Liter-Saugmotor mit einem 175 kW starken Elektromotor. Der Hersteller gibt bis zu 320 km rein elektrische Reichweite an, eine Gesamtreichweite von bis zu 2.370 km und einen Verbrauch von 2,59 l/100 km bei entladener Batterie. Dieser letzte Wert stammt allerdings aus dem NEDC-Zyklus und lässt sich deshalb nicht direkt mit aktuellen WLTP-Angaben europäischer Fahrzeuge vergleichen.

BYD Qin Max
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Der Preis ist hier mehr als nur eine Zahl – er ist ein Eingeständnis. Nach Berechnungen von Tarantas News auf Basis der Unternehmenszahlen brachen die Verkäufe der Qin-Reihe im Juli um 75,67 % im Jahresvergleich auf 13.117 Fahrzeuge ein, von Januar bis Juli um 50,55 % auf 162.291 Einheiten. Die Differenz von 15.100 Yuan zwischen dem früheren Preisziel und dem tatsächlichen Startpreis wirkt deshalb weniger wie ein Einführungsrabatt als wie ein kalkulierter Versuch, mit Größe, Reichweite und extrem schnellem Laden auf einen Schlag wieder Volumen zu gewinnen.

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