Alle 70 Exemplare des Koenigsegg CCGT1 waren vergeben, noch bevor das Auto überhaupt öffentlich vorgestellt wurde. Einen normalen Verkaufsstart wird es nicht geben – und das ist gar nicht der eigentliche Punkt. Wichtiger ist etwas anderes: Der straßenzugelassene Hypercar bekommt das erste werksseitig optionale Track Package in der Geschichte der Marke, das ein Händler vor einem Trackday montieren und danach komplett wieder entfernen kann. Damit nennt Koenigsegg den CCGT1 seinen bislang schnellsten Wagen auf der Runde. Nicht mehr, nicht weniger.
Der CCGT1 basiert auf der Architektur des CC850, doch den Spender erkennt man kaum wieder: Unverändert blieben nur die Türen und das abnehmbare Dachteil. Alles andere wurde für Aerodynamik und Kühlung überarbeitet. Bei 250 km/h erzeugt die Karosserie 800 kg Abtrieb, und ein riesiger aktiver Heckflügel verändert seinen Winkel um bis zu 30 Grad – mal als Element zur Widerstandsreduktion, mal als Luftbremse, mal als Abtriebsgenerator. Beim Spitzen-Abtrieb ordnet Koenigsegg den CCGT1 zwischen dem Jesko Attack und dem noch extremeren Sadair's Spear ein – die Aerodynamik ist dabei so ausgelegt, dass sie schon bei vergleichsweise moderaten Rundenstreckentempi effizient arbeitet.
Das Herzstück ist ein Fünfliter-V8 mit zwei Turboladern: 1.280 PS mit normalem Superbenzin und 1.600 PS mit E85. Das neunstufige Light Speed Transmission wird jetzt über die neue sequenzielle Schaltschnittstelle KSS gesteuert: Das Kupplungspedal wird nur beim Anfahren gebraucht, jeder weitere Gangwechsel läuft danach ohne Kupplung – mit einer kurzen Zündunterbrechung. Wer lieber mehr Mechanik spüren möchte, bekommt weiterhin optional das ESS aus dem CC850 – eine Sechsgang-Kulissenschaltung mit vollwertigem Kupplungspedal.
Das Track Package selbst bringt einen Carbon-Sicherheitskäfig, Sitze mit HANS-Aufnahme, eine Feuerlöschanlage, eine Rennsportauspuffanlage, Luftheber, eigens abgestimmte Bremsen und Fahrwerk, einen zweiten Radsatz mit Rennreifen, erweiterte Aerodynamik und Telemetrie mit. Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu reinen Trackprojekten wie dem Gordon Murray T.50s Niki Lauda: Koenigsegg behält die vollständige Straßenzulassung auch außerhalb des Rennpakets bei.
Der Name führt zurück zum einen und einzigen originalen CCGT – und das ist mehr als nur ein Retro-Gag. Der rund 1.000 kg leichte Wagen mit einem 600 PS starken Saugmotor-V8 und über 600 kg Abtrieb wurde einst für die GT1-Klasse entwickelt. Doch das FIA-Reglement änderte sich, und das Programm wurde nur zwei Monate nach Testbeginn eingestellt – noch vor dem ersten Rennstart. Doppelt bitter: Das Originalfahrzeug wurde inzwischen von der Koenigsegg Legend Division vollständig restauriert und soll nun, zwei Jahrzehnte später, endlich bei historischen GT1-Rennveranstaltungen antreten.
Einen Preis für den CCGT1 hat Koenigsegg nicht genannt, und für potenzielle Käufer ist das ohnehin zweitrangig – freie Fahrzeuge gibt es sowieso nicht mehr. Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor: Erst Rundenzeiten werden zeigen, ob Koenigseggs selbstbewusste Behauptung vom schnellsten Trackauto der eigenen Geschichte auch stimmt.