Das ist nicht mehr der VF5, den Sie kennen — VinFast hat ihn für Indien neu erfunden

Das ist nicht mehr der VF5, den Sie kennen — VinFast hat ihn für Indien neu erfunden
B. Naumkin
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ein getarnter VinFast VF5 wurde in Indien beim Test erwischt — mit neuem Innenraum, riesigem Touchscreen statt Kombiinstrument und einem Preis, der Mahindras XUV 3XO EV unterbieten könnte.

VinFast hat einen mutigen Schritt gewagt: Der VF5 für Indien ist weit mehr als nur eine Rechtslenker-Version des globalen Modells unter dünner Tarnfolie. Der Prototyp trägt eine andere Front- und Heckpartie, einen überarbeiteten Innenraum — und hat sein separates Kombiinstrument komplett verloren. Autocar India rechnet mit einem Preis von rund 12 Lakh Rupien, eine offizielle Startdatum-Angabe von VinFast steht aber noch aus. Noch im Juli lag die Preisspanne bei 10 bis 12 Lakh Rupien — das obere Ende wirkt inzwischen immer wahrscheinlicher.

Vorn fällt an dem Testwagen eine aufrechtere Motorhaube und neu geschnittene, geteilte Scheinwerfer auf, hinten zeichnet sich ein neues Lichtband ab. Die auffälligste Veränderung liegt aber im Innenraum: Ein großer zentraler Touchscreen ersetzt das gewohnte Layout mit separatem digitalen Kombiinstrument. Für den indischen Markt ist das bereits ein bekannter VinFast-Ansatz — auch der VF6 kommt ohne klassisches Fahrerdisplay aus.

Beim Antrieb ist weniger klar. Das aktuelle offizielle Datenblatt des VF5 in Vietnam nennt eine 37,23-kWh-Batterie, 136 PS, 135 Nm Drehmoment und eine Reichweite von 326,4 km nach NEDC. In manchen Märkten gibt es Versionen mit einer kleineren 29,6-kWh-Batterie und 95 PS. Diese Werte einfach auf das indische Modell zu übertragen, wäre verfrüht — VinFast selbst weist darauf hin, dass Ausstattung und Spezifikationen je nach Version abweichen können.

Der erwartete Preis von 12 Lakh Rupien würde den VF5 rund 1,89 Lakh Rupien unter den offiziellen Startpreis des Mahindra XUV 3XO EV setzen. Der aktuell ab 13,89 Lakh Rupien erhältliche Mahindra kommt mit einer 39,4-kWh-Batterie. Ein direkter Vergleich der Reichweiten ist ebenfalls schwierig: Für den ausländischen VF5 gilt der NEDC-Wert, während Mahindra bis zu 285 km Realreichweite angibt.

Der Preis ist hier besonders sensibel. Indiens Markt für Elektro-Pkw wuchs zwischen Januar und April 2026 um 69,5 % auf 79.063 Fahrzeuge, wobei Tata einer der wichtigsten Player bleibt. Parallel dazu frischt Tata auch günstigere Elektromodelle wie den Tiago EV auf — der VF5 muss sich also nicht nur über die Größe, sondern vor allem über den Endpreis und die lokale Ausstattung durchsetzen.

Es gibt noch ein zweites Einsatzszenario. Autocar India rechnet mit dem VF5 in der Flotte von Green SM Limo, doch der am 5. Juni gestartete indische Dienst setzt bislang auf siebensitzige Fahrzeuge. Ein VF5 im Taxi-Look bleibt damit der nächste Schritt — noch keine beschlossene Sache.

Jetzt zählen vor allem drei Bestätigungen von VinFast India: welche Batterie der Serien-VF5 erhält, welche Reichweite nach ARAI zertifiziert wird — und ob der erwartete Preis von rund 12 Lakh Rupien Bestand hat. Erst danach zeigt sich, wie ernst zu nehmen der gesichtete Prototyp als Konkurrenz für Indiens kompakte Elektroautos tatsächlich ist.

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